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Serdar Somunçu und Co.: Wahlkampf in Reimform: "Die Partei" veröffentlicht Rapvideo

Die Satirepartei "Die Partei" veröffentlicht knapp zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl ein Musikvideo, in dem Spitzenkandidat Serdar Somunçu mit den Rappern Nilo Destino und Zwiebo sein Wahlprogramm in gerappter Form präsentiert.

Die PARTEI mit ihrem Schattenkabinett

Die PARTEI und ihr Schattenkabinett für die Bundestagswahl 2017 (v.l.n.r.) : Wolfgang Wendland, Shahak Shapira, Serdar Somunçu, Martin Sonneborn, Natascha und Mark Bennecke.

Wer sich im Vorfeld der Bundestagswahl eingehend mit allen Parteien beschäftigt, der weiß, dass "Die Partei" einen unkonventionellen "Wahlkampf" betreibt. Durch satirische Mittel und gezielte Provokation gegen die etablierten Großparteien und die AfD punktet sie vor allem bei den Jungen. 

Jetzt veröffentlichte die Partei um Parteichef Martin Sonneborn und Spitzenkandidat Serdar Somunçu das Rapvideo "Die Partei ist da".

Zusammen mit den Rappern Nilo Destino und Zwiebo rappt der Kabarettist Somunçu das Wahlprogramm für die Bundestagswahl in Reimform herunter. Gewohnt satirisch und provokant, zwischen Geldscheinen, Alkoholflaschen und Merkel-Maske präsentiert die Partei ihre Pläne für die anstehende Bundestagswahl.

"Die Partei" testet Tabus

Wie man es von Somunçu und Co. kennt, werden bestimmte Sachverhalte satirisch thematisiert und visualisiert und immer wieder denkt man sich im Video: "Dürfen die das sagen oder zeigen?" Die Antwort ist, sie dürfen. Und sie machen es in gewohnter Manier. Das Video beginnt mit der Szene, wie "Kançler-Kandidat" Serdar Somunçu unter Blitzlichtgewitter und begeisterten Journalisten pompös eine Pressekonferenz betritt. Im Hintergrund hört man Rufe wie "Unser Führer unserer Partei".

Das Video ist in gerappter Form einer Pressekonferenz gleich. Journalisten stellen Fragen, die Parteimitglieder antworten. Teilweise provokant gegenüber den etablierten Parteien, teilweise selbstbezogen. So schießt die Partei wieder mal in alle Richtungen. Merkel, Putin, Trump, die SPD, Erdogan. Fast alle bekommen ihr Fett weg. 

Auch Personen der Öffentlichkeit, wie Jimi Blue Ochsenknecht und Mario Barth werden ordentlich vor die Flinte genommen.

Was will die Partei sagen?

Die Partei möchte in erster Linie den etablierten Parteien einen Spiegel vorhalten. Am Mittwoch postete Serdar Somunçu ein Statement an das "politische Establishment" in Form von LinksPartei, Grünen und PiratenPartei. In diesem Statement bezieht er sich explizit auf die Fragestellung: "Darf man Satire ernst nehmen?"


"Die Frage ist viel mehr, wie lange muss man als politische Kraft geschlafen haben, bis die Menschen einer Satire Partei mehr Kompetenz zutrauen?" so Somunçu. Deutliche Worte in Zeiten, in denen die Partei durch auf den ersten Blick scheinbar satirische Aktionen durchaus ernsthafte Dinge bewegt und Missstände aufzeigt.

Anfang der Woche machte die Partei von Martin Sonneborn auf sich aufmerksam, indem sie mehrere AfD-Gruppen bei Facebook infiltriert hatte und die Diskussionsthemen dieser Gruppen öffentlich machte. Der Aktivist und Schriftsteller Shahak Shapiri, ebenfalls Mitglied im Kabinett der Partei, leitete diese Aktion, die über mehrere Monate Planung erforderte und medial viel Aufmerksamkeit auf sich zog.

"Die Partei" habe über 30 AfD-freundliche Facebook-Gruppen gekapert, verkündet Shahak Shapira