VG-Wort Pixel

Corona-Demo in Schweinfurt Polizeigewerkschaften empört: Kinder bei Corona-Protesten sind "Akt der Unmenschlichkeit"

In Schweinfurt sind Proteste gegen die Corona-Maßnahmen eskaliert, dabei wurde ein vierjähriges Kind verletzt
In Schweinfurt sind Proteste gegen die Corona-Maßnahmen eskaliert, dabei wurde ein vierjähriges Kind verletzt
© Josef Lamber/Main-Post / DPA
Einzelfall oder inzwischen schon Methode bei Corona-Demos? Bei Querdenker-Protesten in Schweinfurt wurde ein vierjähriges Kind verletzt, das von seiner Mutter zu der Kundgebung mitgenommen worden war. Die Polizeigewerkschaften sind alarmiert.

Bei Corona-Protesten in Schweinfurt ist erstmals ein Kind zu Schaden gekommen, das offenbar von seiner Mutter gezielt zu den Protesten mitgenommen worden ist. Ein alarmierender Vorgang für die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Bundesvorsitzender Oliver Malchow hat Eltern explizit davor gewarnt, Kinder als Schutzschilde auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen einzusetzen. "Diese Mütter und Väter nehmen in Kauf, dass ihr Kind in eine gewalttätige Auseinandersetzung gerät", sagte Malchow der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Oft seien sogar Kinderwagen bei den Protesten dabei.

Er reagierte damit auf die Zusammenstöße zwischen Protestierenden und Polizisten bei einer Corona-Demonstration im bayerischen Schweinfurt. Mehrere Teilnehmer hatten dort am Sonntagabend versucht, mit massiver Gewalt Absperrungen zu durchbrechen. Die Beamten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

Dabei kam nach Polizeiangaben auch ein vierjähriges Kind mit einer Pfefferspraywolke in Kontakt, es musste wegen einer Augenreizung von Rettungskräften versorgt werden. Gegen die Mutter, die laut Polizei aus der Querdenkerszene kommt und ihr Kind beim Versuch, eine Polizeiabsperrung zu überwinden, mitgenommen hatte, wurde Anzeige erstattet. Vier von insgesamt acht vorläufig Festgenommenen sollen sich am heutigen Montag in beschleunigten Verfahren vor Gericht verantworten.

"Kleine Kinder haben auf Demos nichts zu suchen"

"Kleine Kinder haben auf Demos nichts zu suchen", sagte auch der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Bayern, Jürgen Köhnlein, dem Bayerischen Rundfunk. "Für mich ist dieses unverantwortliche Handeln von Erziehungsberechtigten ein Fall für das Jugendamt." Gerade wenn absehbar sei, dass sich Teilnehmer nicht an die Vorgaben des Versammlungsgesetzes hielten, sei die Mitnahme von Kindern "absolut unverantwortlich". Sein Kollege Thorsten Grimm nannte es einen "Akt der Unmenschlichkeit", ein Kind als Schutzschild zu missbrauchen. "Man muss sich schon die ernsthafte Frage stellen, was eine Mutter dazu bewegt ihr Kind im Kinderwagen auf eine solche Versammlung mitzunehmen und sich dann auch noch in vorderster Front zu bewegen beim Versuch, die Polizeisperren zu umgehen."

GdP-Bundesvorsitzender Malchow beklagte eine zunehmende Radikalisierung bei Corona-Demos. Er forderte Menschen, die friedlich gegen die Impfpflicht demonstrieren wollten, auf, sich nicht von Extremisten instrumentalisieren zu lassen. "Wer zu unangemeldeten Demos geht und sich verdeckt beteiligt, muss wissen, dass er instrumentalisiert wird, oft von Rechtsextremisten", warnte er.

kng AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker