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CSU-Streit: Hohlmeier gewinnt Kampfabstimmung

Erleichterung bei CSU-Chef Horst Seehofer: Gegen heftigen Widerstand aus den eigenen Reihen hat sich Monika Hohlmeier einen Listenplatz für die Europawahl erkämpft. Seehofer hatte die Kandidatur der Franz-Josef-Strauß-Tochter arrangiert und damit den Zorn zahlreicher Parteikollegen heraufbeschworen

Ungeachtet heftigen innerparteilichen Widerstands hat sich die Strauß-Tochter Monika Hohlmeier im Kampf um einen sicheren CSU-Listenplatz für die Europawahl durchgesetzt. In einer Kampfkandidatur um Platz 6 der Europaliste der Christsozialen gewann Hohlmeier am Samstag bei einer Delegiertenversammlung in München mit 165 zu 115 Stimmen gegen die Sozialpolitikerin Gabriele Stauner.

Gegen die von Parteichef Horst Seehofer arrangierte Kandidatur Hohlmeiers, die für den oberfränkischen CSU-Bezirksverband antrat, hatte es erheblichen Widerstand gegeben. Der Strauß-Tochter hängt das Debakel als Münchner Bezirksvorsitzende nach. Im Machtkampf mit unbotsamen Parteifreunden drohte sie damals, sie hätte gegen jeden etwas in der Hand - und brachte damit die "Dossier-Affäre" ins Rollen.

Noch größeren Zorn löste die Personalie jedoch aus, weil Seehofer die Oberbayerin Hohlmeier als EU-Kandidatin der Franken durchsetzen wollte - eine im von "Stammeskriegen" durchzogenen Bayern schwer vorstellbare Kombination. Denn die Franken haben noch lange nicht vergessen, dass "ihr" Ministerpräsident Günther Beckstein demontiert wurde. Der fränkische Ortsvereinsvorstand Roland Hollfelder trat aus Protest sogar aus der Partei aus.

Seehofer hatte die 300 Delegierten zu Beginn der Versammlung auf Geschlossenheit und Kampfgeist eingeschworen. Nach der Wahl Hohlmeiers zeigte er sich erleichtert. Die Kampfkandidatur sei "sauber und ohne Verletzungen" ausgetragen worden. "Bei uns läuft es offen, transparent und fair. Darüber bin ich glücklich", sagte Seehofer.

Zuvor hatten die Delegierten den schwäbischen CSU-Bezirkschef Markus Ferber zum Spitzenkandidaten für die Europawahl am 7. Juni gekürt. Eine herbe Niederlage erlebte der stellvertretende Parteivorsitzende Ingo Friedrich, der in einer Kampfabstimmung um den fünften Listenplatz dem Oberpfälzer Landwirt Albert Deß unterlag. Die CSU entsendet bisher neun Abgeordnete ins EU-Parlament.

DPA / DPA