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Debatte um Elterngeld Plus: Schwesig will "Rush Hour des Lebens" entzerren

Ministerin Manuela Schwesig plant eine modernere Familienpolitik: Eltern sollen künftig bis zu 28 Monate Elterngeld beziehen können, wenn beide Teilzeit arbeiten. Dies helfe auch den Unternehmen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sieht in der Reform des Elterngelds und dem geplanten Kita-Ausbau wichtige Schritte für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. "Wir schlagen heute ein neues Kapitel in der Familienpolitik auf", sagte Schwesig am Freitag zum Auftakt der Debatte über das sogenannte Elterngeld Plus. Der Bundestag berät in erster Lesung über Schwesigs Gesetzentwurf. Dieser soll es Eltern ermöglichen, länger Elterngeld zu beziehen, wenn sie Teilzeit arbeiten.

Eine moderne Familienpolitik setze darauf, Vätern und Müttern "Zeit für den Beruf und Zeit für die Familie" zu ermöglichen, sagte Schwesig. In der "Rush Hour des Lebens" im dritten und vierten Lebensjahrzehnt kämen derzeit auf die Menschen vielfältige Belastungen zu: In dieser Phase fielen das Bemühen um einen Platz im Beruf, Kinderwünsche und die beginnende Pflegebedürftigkeit der Eltern zusammen.

"Mein Wunsch ist es, diese Lebensphase zu entzerren", sagte Schwesig mit Blick auf die Pläne zu einer flexibleren Gestaltung von Elterngeld und Elternzeit sowie die geplante Ausweitung des Kita-Ausbaus. Darüber will der Bundestag im Anschluss debattieren.

Schwesig will frühere Rückkehr in den Beruf

Schwesig will durch das Elterngeld Plus zu einer früheren Rückkehr in den Beruf animieren: Wer Teilzeit in einem Umfang von mindestens 25 Prozent arbeitet, kann künftig bis zu 28 Monate zusätzlich zum Teilzeiteinkommen Elterngeld erhalten. Bislang galt auch für Teilzeit-Arbeitnehmer eine maximale Elternzeit von 14 Monaten, viele blieben deshalb lieber zu Hause. Einen Partnerschaftsbonus von vier zusätzlichen Elterngeld-Plus-Monaten bekommen Väter und Mütter, die für die Kinderbetreuung beide gleichzeitig in Teilzeit gehen.

Änderungen soll es auch bei der dreijährigen Elternzeit geben: Künftig können Eltern bis zu 24 Monate davon erst später in Anspruch nehmen - bis zum achten Lebensjahr des Kindes.