Die Traumschiff-Affäre
Lothar Späth, von 1978 bis 1991 Ministerpräsident in Baden-Württemberg, gilt als gewitzt, wendig, ein Mann mit Einfallsreichtum. Das "Cleverle" wird er deshalb liebevoll genannt. In der Wirtschaft und den neuen Bundesländern ist er beliebt, weil sich der CDUler besonders nach der Wende für beides einsetzt. Zwischendurch strebt er das Amt des Bundeskanzlers an, kann sich aber nicht gegen Helmut Kohl durchsetzen und besinnt sich wieder auf die Landespolitik, verliert dabei aber den Blick für internationale Beziehungen nicht. 1991 tritt Späth wegen eines Verdachts zurück, der nie bewiesen werden kann: Er soll an der CDU-Parteispendenaffäre beteiligt gewesen sein. Später gibt es einen weiteren Prozess, Ermittlungen und einen Untersuchungsausschuss, weil Späth Dienst- und Urlaubsreisen auf Kosten von Privatfirmen unternommen haben soll. 2016 stirbt er im Alter von 78 Jahren
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