Katastrophenurlaub
Anne Spiegel gilt zeitweise als Hoffnungsträgerin der Grünen: ab 2006 Landtagsabgeordnete in Rheinland-Pfalz, später stellvertretende Fraktionsvorsitzende, dann ab 2016 Landesfamilienministerin und von Mai 2021 an zusätzlich Landesumweltministerin. Bei der Vorstellung von Olaf Scholz‘ Ampelregierung 2021 ist ihre Ernennung zur Bundesfamilienministerin eine echte Überraschung, doch das Amt behält sie nur für 124 Tage. Spiegel gerät wegen ihrer Rolle als rheinland-pfälzische Umweltministerin während der Ahrtal-Flut im Juli 2021 unter Druck. Kurz nach der Katastrophe war sie für vier Wochen in den Familienurlaub gefahren. Es gibt massive Kritik, Spiegels Krisenmanagement misslingt, sie verstrickt sich in Widersprüche. Am 11. April 2022 tritt sie zurück. Im Herbst 2025 dann das politische Comeback auf lokaler Ebene: Spiegel wird zur Sozialdezernentin der Region Hannover gewählt
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