Der Skandal-Mann
1990 unterschreibt Günther Krause, damals Parlamentarischer Staatssekretär beim Ministerpräsidenten der DDR, den mit Wolfgang Schäuble ausgehandelten Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Von 1991 bis 1993 ist Krause Bundesverkehrsminister. Bekannt ist er aber vor allem für seine Skandale wie die Raststättenaffäre von 1990, als er ostdeutsche Autobahnraststätten an die Niederlande verscherbelte. Im Jahr darauf wird ihm vorgeworfen, er habe als Verkehrsminister ein bestimmtes Bauunternehmen für den Bau der A20 bevorzugt und gleichzeitig staatliche Gelder für seinen privaten Umzug genutzt. Dazu gesellt sich die Putzfrauen-Affäre, wonach seine Frau Fördergelder für eine langzeitarbeitslose Haushaltshilfe kassiert. Der Betrag ist zu hoch, auch wenn keine Fehler bei der Förderung festgestellt werden. Wegen der vielen Verfehlungen scheidet Günther Krause 1993 aus der Regierung aus. Was bleibt, sind Spitznamen wie der "Absturz Politiker". Krause gründet eine Baufirma, die aber bald bankrott ist. Wegen Untreue, Steuerhinterziehung und Betrugs steht der Ex-CDU-Politiker in den 2000ern vor Gericht. Außerdem macht er wegen ausbleibender Zahlungen immer wieder Schlagzeilen. 2023 gesteht er die Vorwürfe und wird zu einer knapp zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt
© Ronald Bonss / Imago Images