Deutsche Geisel Schüsse in Knie und Rücken


Die in Afghanistan getötete deutsche Geisel muss einen schrecklichen Tod gestorben sein: Nach ersten Obduktionsergebnissen sei dem Mann in den Rücken und ins Knie geschossen worden. Sorgen machen sich die Verwandten um den Gesundheitszustand der zweiten Geisel.

Die Leiche der in Afghanistan gestorbenen deutschen Geisel hat nach Informationen der "Bild am Sonntag" Schusswunden in beiden Knien und im Rücken. Dem Bauingenieur sei zunächst in die Knie und dann in den Rücken geschossen worden, schreibt das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise. Dies lasse einen furchtbaren Tod erahnen, da es keinen Sinn mache, einen bereits toten Menschen in die Knie zu schießen, zitiert das Blatt einen ungenannten Spitzenbeamten.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, sie könne den Bericht nicht kommentieren. Der Leichnam war am Donnerstag in Köln obduziert worden. Ein endgültiges Untersuchungsergebnis wird in der ersten Augustwoche erwartet. Ein Mitarbeiter des Rechtsmedizinischen Instituts in Köln, in dem die Leiche untersucht wird, sagte der Zeitung: "Um die Todesursache zu klären, brauchen wir eine genauere Auswertung. Dafür werden unter anderem Gewebeproben analysiert und die Verletzungen durch Röntgenaufnahmen untersucht."

Krisenstab bemüht sich um Freilassung

Der Bauingenieur, der in der Hand einer kriminellen Talibangruppierung ist, soll nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA am Leben und wohlauf sein. Es gehe ihm weiterhin gut, erfuhr DPA aus gut informierten Kreisen. Es gebe kleine Fortschritte bei den Verhandlungen, die zuversichtlich stimmten.

Nach Angaben der Sprecherin bemüht sich der Krisenstab im Außenministerium weiter intensiv um die Freilassung des Bauingenieurs. Man stehe nach wie vor in engem Kontakt mit der afghanischen Regierung. Der Mann war am 18. Juli gemeinsam mit seinem Kollegen verschleppt worden.

Angehörige und Freunde machten sich aber wegen der Dauer der Entführung Sorgen um den Gesundheitszustand des Mannes. Sein deutscher Geschäftspartner sagte der Zeitung: "Der Rudi ist zwar ein robuster Kerl, aber er ist recht korpulent und leidet unter Bluthochdruck, braucht regelmäßig seine Medikamente." In zehn Tagen habe der Mann seinen Partner in Süddeutschland besuchen wollen, schreibt das Blatt. Der Entführte habe noch etwa ein Jahr in Afghanistan arbeiten und anschließend endgültig nach Deutschland zurückkehren wollen.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker