Medienbericht
SPD-Chef Klingbeil plant Abschaffung des Ehegattensplittings

Lars Klingbeil positioniert sich nicht zum ersten Mal gegen Ehegattensplitting
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) positioniert sich nicht zum ersten Mal gegen Ehegattensplitting
© Jens Schicke / Action Press
Dass das Ehegattensplitting die Benachteiligung von Frauen im deutschen Arbeitsmarkt festigt, ist Konsens in Fachkreisen. SPD-Chef Lars Klingbeil will es deshalb nun beenden.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will einem Bericht zufolge die steuerliche Begünstigung von Ehepartnern abschaffen. Klingbeils Pläne sehen nach Informationen der „Bild“ vom Mittwoch vor, das Ehegattensplitting im Rahmen der geplanten Steuerreform zu streichen. Demnach will Klingbeil mehr Anreize für Ehepartner schaffen, eine Arbeit aufzunehmen oder mehr zu arbeiten. Das soll helfen, das Arbeitsvolumen in Deutschland insgesamt zu erhöhen und einen Konjunkturaufschwung zu fördern.

„Bild“ beruft sich in dem Bericht auf Regierungskreise. Die SPD hatte im Bundestagswahlkampf für eine Reform des Ehegattensplittings geworben, große Teile der Union lehnen eine Reform jedoch ab.

Ehegattensplitting benachteiligt Frauen

Ökonomen sind sich seit Jahren weitgehend einig, dass das Ehegattensplitting die Benachteiligung von Frauen im deutschen Arbeitsmarkt festigt. Die Regelung belohnt verheiratete Paare mit großen Einkommensunterschieden steuerlich. Je größer der Einkommensunterschied ist, desto höher ist auch der Steuervorteil bei der gemeinsamen Steuererklärung.

Wird die Arbeitszeit des geringer Verdienenden erhöht, schmilzt der Vorteil und es bleibt vom Mehrverdienst meist netto nur wenig übrig. Dies führt dazu, dass Geringverdienende weniger Anreiz zur Arbeit haben – und meist sind das Frauen in Teilzeit, Minijobs oder ohne Erwerbsarbeit.

AFP
tkr

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