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Ex-Pegida-Frontfrau: Kathrin Oertel stammelt eine Entschuldigung

Bis vor Kurzem protestierte Kathrin Oertel montags gegen die angebliche "Islamisierung des Abendlandes". Nun bittet sie dafür die deutschen Muslime um Verzeihung. Ehrliche Reue oder Kalkül?

Das ehemalige Pegida-Gesicht: Kathrin Oertel entschuldigte sich in einem Facebook-Post für anti-islamische Hetze

Das ehemalige Pegida-Gesicht: Kathrin Oertel entschuldigte sich in einem Facebook-Post für anti-islamische Hetze

Vor wenigen Monaten war Kathrin Oertel noch eins der bekanntesten Pegida-Gesichter. Mit tausenden Gleichgesinnten demonstrierte sie Montag für Montag gegen die angebliche "Islamisierung des Abendlandes". Doch nun die Überraschung: Auf Facebook postete Oertel ein Video, das alles wieder vergessen machen soll. "Ich möchte mich bei allen Muslimen entschuldigen, die hier in unserem Land friedlich leben - das sind nämlich die meisten von ihnen und das vergessen einfach total viele", sagte sie.

Ihre blonden Haare sind wie üblich streng nach hinten gebunden, die Augenbrauen schmal nachgemalt. Äußerlich hat sich die Ex-Pegida-Frontfrau nicht verändert. Politisch vorgeblich schon: "Ich fühle mich ein Stück weit mitverantwortlich für die ganze Hetzkampagne, die hier losgetreten worden ist. Ich kann in Zukunft nur alles dafür tun, dass das wieder in Ordnung kommt", beteuert sie in ihre Handykamera. In dem etwa zehn Minuten langen Video ringt Oertel mit der Sprache, sucht nach den richtigen Worten und wirkt zuweilen aufgewühlt.

"Den Linken bin ich zu weit rechts, und den Rechten bin ich zu weit links.....dann wäre ich ja eigentlich genau in der Mitte....und hätte somit alles richtig gemacht !"Zitat : von einem Freund

Posted by Kathrin Oertel on Mittwoch, 29. April 2015

In den letzten Monaten vollführte Oertel aber schon mehr als nur eine augenscheinliche 180-Grad-Wendung. Nachdem sie im Januar Pegida verließ, gründete sie zunächst die Konkurrenzorganisation "Direkte Demokratie für Europa". Auf Interesse stieß das Projekt jedoch nicht. Im März stieg Oertel wieder aus.

Von der Anti-Islamisierung zur Anti-Amerikanisierung

Vor wenigen Wochen dann demonstrierte Oertel an der Seite der "Engagierten Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas". Diese zogen Mitte April durch die Chemnitzer Innenstadt und protestierten gegen das Freihandelsabkommen mit den USA - TTIP - , gegen Genfood, für einen Austritt Deutschlands aus der Nato, für Frieden mit Russland, für Palästina und direkte Demokratie in Deutschland. Ihr Engagement kam aber hier nicht gut an.

Am 1. Mai will sie nun in Dresden an einer Demonstration der "193 Friedenstauben" teilnehmen. Die Bewegung tritt eigenen Angaben zufolge für Frieden, Demokratie und ehrliche Medien ein. Besonders das letztere liegt Oertel scheinbar besonders am Herzen. Denn die "Mainstream-Medien" seien es, die den "Moslem und seine Religion" an den Pranger stellen und die Asylbewerber für die Probleme in Deutschland verantwortlich machen würden, so Oertel in ihrem Video. So ganz scheint die Pegida-Denke dann doch nicht abgelegt worden zu sein.

ivi