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Pläne für Pegida-Nachfolger: Kathrin Oertel macht jetzt was Eigenes

Aufgeben kommt für Kathrin Oertel nicht in Frage: Nach dem Zerwürfnis mit Pegida will die ehemalige Sprecherin ein neues Bündnis gründen und sich politisch der CDU annähern.

Kathrin Oertel hat nur eine Woche nach dem Rücktritt des Pegida-Chefs und -Mitbegründers Lutz Bachmann ihr Amt niedergelegt

Kathrin Oertel hat nur eine Woche nach dem Rücktritt des Pegida-Chefs und -Mitbegründers Lutz Bachmann ihr Amt niedergelegt

Nachdem sich in Dresden die Führungsriege der Anti-Islam-Bewegung Pegida zurückgezogen hat, plant die ehemalige Sprecherin Kathrin Oertel bereits ein neues Bündnis. Nach Informationen der "Sächsischen Zeitung" ist als Name die Bezeichnung "Bewegung für direkte Demokratie in Europa" im Gespräch. Anders als bei Pegida soll hier jedoch nicht mehr die Asylpolitik im Vordergrund stehen, berichtet die Zeitung. Stattdessen wolle sich Oertel politisch der CDU annähern.

Zusammentreffen mit Pegida

Auch ein konkreter Termin für die erste Kundgebung der neuen Bewegung stehe bereits fest. So treffe sich Oertel am 9. Februar mit ihrem neuen Bündnis in Dresden. Der Tag, an dem auch die nächste Demonstration von Pegida in der sächsischen Landeshauptstadt angemeldet wurde. Der ursprünglich für den kommenden Montag angesetzte "Abendspaziergang" wurde nach dem überraschenden Zerwürfnis abgesagt.

Am Mittwoch teilte Pegida in einer Sitzung des sogenannten Organisations-Teams der Führungsspitze mit, dass Kathrin Oertel und weitere Mitglieder der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" alle Funktionen und Ämter niedergelegen. Zu den Gründen für das Zerwürfnis gibt es unterschiedliche Informationen.

So ist von Anfeindungen und Bedrohungen gegen die 37-Jährige ebenso die Rede, wie von beruflicher Belastung. Mitbegründer René Jahn, der ebenfalls ausgestiegen ist, sieht jedoch Lutz Bachmann als Hauptgrund für das Zerwürfnis. Und begründet auch seinen eigenen Ausstieg mit der Personalie des Vereinsgründers. Dieser war über ein Foto mit "Hitler-Bärtchen" und Facebook-Posts mit menschenverachtenden Beleidigungen von Ausländern gestolpert. Er legte bereits am Mittwoch vergangener Woche sein Amt als Vereinsvorsitzender nieder.

stb
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