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Fall el Masri: Haftbefehl gegen CIA-Mitarbeiter

Die Staatsanwaltschaft hat im Entführungsfall el Masri gegen 13 tatverdächtige CIA-Mitarbeiter einen Haftbefehl erwirkt. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung und der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

Wegen der angeblichen Verschleppung des deutschen Staatsbürgers Khaled el Masri durch den US-Geheimdienst CIA hat die Münchner Justiz Haftbefehle gegen 13 Tatverdächtige erlassen. Das teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld am Mittwoch in München mit. El Masri soll Anfang 2004 als Terrorverdächtiger in Mazedonien gekidnappt und nach Afghanistan verschleppt worden sein. Dort wurde er nach eigener Aussage geschlagen und monatelang in einem CIA-Gefängnis festgehalten, obwohl rasch festgestanden habe, dass er verwechselt worden sei.

Der Münchner Oberstaatsanwalt August Stern sagte dem NDR: "Auf unseren Antrag hat das Amtsgericht München gegen 13 mutmaßliche Entführer des Khaled El Masri wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung und der gefährlichen Körperverletzung einen Haftbefehl erlassen." Schmidt-Sommerfeld sagte, die Haftbefehle seien in den vergangenen Tagen ausgestellt worden. Die Münchner Ermittler hatten die Namen mehrerer US-Geheimdienstagenten, die in den Fall verwickelt sein sollen, von den spanischen Behörden erhalten. Schmidt-Sommerfeld kündigte eine Presseerklärung für 11.15 Uhr an. Bei den 13 nun per Haftbefehl Gesuchten handelt es sich nach Recherchen des NDR-Politmagazins "Panorama" um Mitarbeiter der CIA.

Der Haftbefehl der Münchner Ermittler führe die Tarnnamen und weitere Personalangaben der 13 Verdächtigen auf. Mehrere Entführungsoperationen der CIA seien vom Flughafen Palma de Mallorca ausgegangen, auch die von El Masri. Nach einem Bericht der Guardia Civil sei El Masri von einer 13-köpfigen Agentengruppe mit einer Boeing 737 entführt worden. Die Maschine mit der Nummer N313P habe Mallorca am 23. Januar 2004 verlassen und El Masri dann in Mazedonien aufgenommen und nach Afghanistan geflogen. Die spanische Polizei habe die Namen aller Flugzeuginsassen ermitteln können und verfüge teilweise über Kopien ihrer Pässe.