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Streit um Sitzordnung "Menschlich schlimm und gruselig": FDP möchte im Bundestag nicht mehr neben der AfD sitzen

Deutscher Bundestag
Bisher sitzt die FDP-Fraktion im Bundestag neben der AfD – künftig will sie in die Mitte rücken
© Kay Nietfeld / DPA
Die Abgeordneten der FDP sitzen im Bundestag neben denen der AfD, möchten aber gern den Platz wechseln. Die CDU/CSU-Fraktion möchte dabei aber nicht mitspielen.

Die Sitzordnung im Deutschen Bundestag ist klar festgelegt. Ganz auf der linken Seite vom Rednerpult aus gesehen sitzt die Fraktion der Linken, dann kommen die SPD, die Grünen, die CDU/CSU, die FDP sowie ganz rechts die Abgeordneten der AfD. Allerdings ist diese Reihenfolge nicht in Stein gemeißelt, zum Beginn einer neuen Legislaturperiode kann sie auch angepasst werden. Das versucht nun die FDP, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zuerst berichtete.

Wenn sich nach der Wahl der 20. Deutsche Bundestag am 26. Oktober konstituiert, möchten die Liberalen gern den Platz wechseln und weiter in die Mitte des Parlaments rücken. Das liegt einerseits an der politischen Ausrichtung, berichtet der "Tagesspiegel": Die FDP sehe sich selbst als Partei der Mitte, was sich in der derzeitigen Sitzordnung nicht widerspiegele. Der andere, womöglich dringendere Grund sind die ungeliebten Nachbarn von der AfD.

FDP-Fraktion will in die Mitte rücken – weg von der AfD

Das Verhalten der AfD-Politiker:innen sei "menschlich schlimm und gruselig", zitiert der "Tagesspiegel" aus der FDP-Fraktion. Marco Buschmann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, sagte: "Wir hören auch das Getuschel und Gezische der Abgeordneten. Es ist schwer, diese Sprüche zu ertragen." Da die AfD auch im neuen Bundestag vertreten ist, wollen die Liberalen das Weite suchen.

Das hat die FDP bereits 2017 versucht, als die AfD gerade erst ins Parlament eingezogen war. Damals klappte es nicht, jetzt nehmen die Parlamentarier:innen um den Fraktionsvorsitzenden Christian Lindner einen neuen Anlauf. Sie wollen den Platz mit der CDU/CSU-Fraktion tauschen, die aller Voraussicht nach die größte Oppositionsfraktion stellen wird. Doch aus der Union gibt es Widerstand. "Die jetzige Sitzordnung ist die traditionelle und sie hat sich bewährt", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer.

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Keine Einigung über Sitzordnung im Bundestag

Laut "Süddeutscher Zeitung" gab es bei einer ersten Besprechung zwischen den Parlamentarischen Fraktionsgeschäftsführern und dem bisherigen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) keine Einigung. Sollten die Sondierungsgespräche zu einer Ampel-Koalition erfolgreich verlaufen und eine solche Regierung zustandekommen, könnte das der FDP auch in Sachen Sitzordnung helfen: Mit den Stimmen der Koalitionspartner SPD und Grüne könnte der Umzug durchgesetzt werden, außerdem würden dann die drei Regierungsparteien direkt nebeneinander sitzen.

Quellen: "Frankfurter Allgemeine Zeitung" / "Tagesspiegel" / "Süddeutsche Zeitung"

epp

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