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Flugabwehrsystem: Verteidigungsministerium dementiert Entscheid über Meads

Die alternde Patriot-Raketenabwehr der Bundeswehr soll ersetzt werde. Laut einem Medienbericht sei die Entscheidung über den Nachfolger schon getroffen - doch das Verteidigungsministerium dementiert.

Das Patriot-Flugabwehrsystem der Bundeswehr hat schon einige Jahre auf dem Buckel - Meads könnte der Nachfolger sein

Das Patriot-Flugabwehrsystem der Bundeswehr hat schon einige Jahre auf dem Buckel - Meads könnte der Nachfolger sein

Das Bundesverteidigungsministerium hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach die lange erwartete Entscheidung über einen Kauf des milliardenschweren Flugabwehrsystems Meads bereits gefallen ist. "Wir werden das am Ende des Quartals entscheiden, aber da sind wir jetzt noch nicht", sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. Das Haus sei noch immer mit den beiden konkurrierenden Herstellern, dem US-Konzern Raytheon und dem europäischen Unternehmen MBDA , im Gespräch. Die neue Raketenabwehr soll bei der Bundeswehr die alternden Patriot-Batterien ersetzen, die derzeit in der Türkei im Einsatz sind. Zuletzt hatten hochrangige Militärs deutliche Sympathien für das neu entwickelte Meads-System gegenüber einer modernisierten Patriot-Variante erkennen lassen.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, das Ministerium habe sich für das von Deutschland, den USA und Italien gemeinsam entwickelte Meads entschieden. Der Entschluss für eine neue Flugabwehr gilt als eine der wichtigsten rüstungspolitischen Weichenstellungen der Legislaturperiode.

Deutschland mit 1,2 Milliarden an Meads beteiligt

Insgesamt sind bisher mehr als vier Milliarden Dollar in die Entwicklung von Meads geflossen. Deutschland ist mit rund 1,2 Milliarden Euro daran beteiligt. Im Meads-Konsortium arbeiten der US-Konzern Lockheed Martin und das europäische Unternehmen MBDA zusammen, an dem Airbus, BAE Systems und Finmeccanica beteiligt sind.

Die USA hatten 2011 ihren Ausstieg aus dem Projekt angekündigt. Die drei Vertragspartner vereinbarten aber, die Entwicklung des Systems dennoch abzuschließen. Die Bundeswehr sollte die neue Flugabwehr nach ursprünglicher Planung ab 2018 bekommen.

amt/Reuters / Reuters