Forsa-Umfrage Schwarz-Gelb zieht davon

Würde jetzt gewählt werden, erhielten Union und FDP zusammen eine satte Mehrheit von 54 Prozent der Stimmen, SPD und Grüne kämen auf 36 Prozent. Nur für CDU-Chefin Angela Merkel verheißen die Umfrageergebnisse nichts Gutes.

Union und FDP liegen in der Wählergunst deutlich vor SPD und Grünen. Wären am Sonntag Bundestagswahlen, erhielten SPD und Grüne zusammen nur noch 36 Prozent der Stimmen, Union und FDP kämen jedoch auf 54 Prozent. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa in der vergangenen Woche im Auftrag des stern und des TV-Senders RTL durchführte.

Im Vergleich zur Vorwoche hat Rot-Grün dabei zwei Prozentpunkte verloren, Schwarz-Gelb kann einen Prozentpunkt hinzugewinnen. Für Union und FDP ist dies das beste Ergebnis seit März 2004. "Die Wähler sehen die Arbeitslosigkeit und die Visa-Affäre und bewegen sich hin zu Schwarz-Gelb", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner stern.de.

SPD kann Job-Gipfel nicht nutzen

Der mit großen Tamtam angekündigte Job-Gipfel hat der Regierungskoalition dabei mehr geschadet als genützt. Vor rund zwei Wochen hatte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder mit CDU-Chefin Angela Merkel und dem CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber im Kanzleramt getroffen, um weitere Reformen des Arbeitsmarktes anzuschieben. Dennoch ist die Zustimmungsrate der SPD von 29 Prozent der Befragten auf 28 Prozent gesunken, die Grünen verloren ein Prozent und liegen nun bei acht Prozent. Die Union bleibt bei 46 Prozent, die FDP konnte sich um einen Prozentpunkt verbessern, von sieben auf acht Prozent. Die PDS kommt auf fünf Prozent, die Sonstigen ebenfalls fünf. Offenbar prägt auch das Abstimmungsdebakel der SPD-Kandidatin Heide Simonis bei der Ministerpräsidentenwahl in Schleswig-Holstein das Bild der SPD.

Schröder liegt klar vor Merkel

Auffallend ist jedoch, dass CDU-Chefin Angela Merkel bei den Wählern nicht soviel Zustimmung findet wie ihre Partei. Bei der Frage nach der "Kanzlerpräferenz" liegt Gerhard Schröder nicht nur mit einem Anteil von 41 Prozent der Befragten elf Prozentpunkte vor Angela Merkel (30 Prozent), im Vergleich zur Vorwoche hat die CDU-Chefin sogar zwei Prozentpunkte eingebüßt. "Die Wähler haben Bedenken gegenüber der Kandidatin Merkel", so Forsa-Chef Manfred Güllner.

Dass die Wähler sich für Schwarz-Gelb entscheiden, bedeutet demnach nicht, dass sie sich auch für Merkel erwärmen können. Dieses Ergebnis bestätigt Umfrageergebnisse aus der vergangenen Woche, nach denen die Bundesbürger am liebsten den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff als Kanzlerkandidaten der Union sehen würden.

Der ersehnte Machtwechsel in Berlin ist dabei offenbar Ausdruck einer immer pessimistischeren Grundstimmung. So rechnen 40 Prozent der befragten Bundesbürger mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Zwar entspricht dies dem Ergebnis der Vorwoche, auffallend ist jedoch, dass diesmal nur 24 Prozent der Befragten glauben, dass sich die wirtschaftliche Lage verbessern wird. In der Vorwoche waren es noch 29 Prozent - ein Minus von fünf Prozentpunkten.

Von Florian Güßgen

Mehr zum Thema



Newsticker