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Forscher aus Jülich beteuern: "Wir vermissen keine Brennelementkugeln"

In der Debatte um angeblich verschwundenes Atommaterial im Forschungszentrum Jülich hat das Bundesforschungsministerium der NRW-Landesregierung Irreführung vorgeworfen. Der Verbleib der radioaktiven Brennelementekugeln sei lückenlos dokumentiert.

Das Forschungszentrum Jülich vermisst nach eigenen Angaben keine Brennelementkugeln. Der Verbleib der rund 290 000 bis zur Stillung des Forschungsreaktors 1988 eingesetzten radioaktiven Kugeln sei "lückenlos dokumentiert" und werde regelmäßig überprüft, versicherte der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums, Achim Bachem, gemeinsam mit Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel (CDU) am Montag in Berlin.

Bei den 2285 laut Medienberichten angeblich verschwundenen Kugeln handele es sich überwiegend um Bruch, der größtenteils zu Forschungszwecken weiter zerteilt und dann als schwach-radioaktiver Abfall einzementiert worden sei, sagte Bachem. Knapp 200 Kugeln befänden sich noch im Reaktor. Jedes Milligramm des Materials sei erfasst und werde monatlich an das nordrhein-westfälische Energieministerium als Aufsichtsbehörde gemeldet und vierteljährlich durch Euratom überprüft. "An diesem Sachverhalt hat sich in den vergangenen 20 Jahren nichts geändert."

Der einbetonierte schwach radioaktive Abfall sei nach dem Einsatz in der Forschung zur Einlagerung ins Zwischenlager Asse transportiert worden. Der Großteil der abgebrannten tennisballgroßen Brennelementkugeln aus dem Reaktor lagere hingegen in 152 Castorbehältern auf dem Gelände in Jülich. Die Genehmigung des Zwischenlagers Jülich laufe allerdings 2013 aus. Sämtliche Transportbehälter mit dem radioaktivem Material sollen bis dahin ins Zwischenlager Ahaus gebracht sein, sagte Bachem. Der Forschungsreaktor Jülich wird derzeit demontiert. Der aufwendige Rückbau soll 2014/2015 abgeschlossen sein.

AFP/DPA / DPA