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Fraktionschefin Künast für Kaufprämie: Grüne fordern 5000-Euro-Bonus für Elektroautos

Kommt nach der Abwrackprämie die E-Auto-Prämie? Zumindest Grünen-Fraktionschefin Renate Künast will Käufern von Elektroautos 5000 Euro zahlen. Nicht alle sind jedoch von der Idee begeistert.

Die Grünen wollen Autokäufern 5000 Euro aus staatlichen Kassen zahlen, wenn sie sich für ein Elektroauto entscheiden. Ihre Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, will den batteriebetriebenen Autos damit zum Durchbruch verhelfen. Elektromobilität schaffe zukunftsfähige Industriearbeitsplätze und stelle die Weichen für moderne und klimafreundliche Mobilität, sagte Künast im "Tagesspiegel". Wörtlich erklärte sie: "Wir müssen uns für eine bundesweite Kaufprämie von 5000 Euro zur Markteinführung einsetzen."

Auch große Autohersteller fordern seit langem direkte Subventionen für den Kauf eines E-Autos, wie sie in anderen Ländern üblich seien. Auch ein von der Bundesregierung eingesetztes Beratergremium, in dem allerdings vor allem die Industrie vertreten ist, setzt auf verstärkte finanzielle Anreize. Die sogenannte Nationale Plattform Elektromobilität übergibt ihre Empfehlungen am Montag Bundeskanzlerin Angela Merkel. In dem Reuters vorliegenden Bericht wird vorgeschlagen, Elektroautos abhängig von der Batterieleistung mit 150 Euro je Kilowattstunde steuerlich zu fördern. Für ein Durchschnitts-Elektroauto mit 20 Kilowattstunden wären das rechnerisch 3000 Euro.

Merkel hält sich mit Zusagen zurück

Merkel erklärte in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft am Samstag, Deutschland solle zum führenden Markt für Elektromobilität werden. Elektromobilität sei "die Chance, unabhängig vom Öl zu werden". Ziel sei, dass im Jahr 2020 auf deutschen Straßen eine Million Elektroautos rollen sollten. Bis 2030 könnten es sechs Millionen Fahrzeuge sein. Konkrete Zusagen machte Merkel aber vorerst nicht. Zudem räumte Merkel ein, es werde wegen der Konkurrenz vor allem in Asien nicht ganz einfach sein, Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter bei der Elektromobilität zu machen. Bisher setzt die Regierung auf ein Förderprogramm von 500 Millionen Euro, das jedoch allein der Forschung und Entwicklung zugutekommen soll. Vor weiteren Subventionen warnte der Vorsitzende der Monopolkommission, der Wirtschaftsprofessor Justus Haucap. Es sei völlig unklar, ob Elektroautos eine Zukunft hätten oder ob sich eine andere Technologie durchsetzen werde, sagte Haucap der Zeitung "Euro am Sonntag". Fördergelder für Elektroautos seien hoffentlich nicht der "nächste Blödsinn".

chs/Reuters / Reuters