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Fünf Tote in Köln: Dramatische Szenen nach Großbrand

Bei einem Großbrand in einem Kölner Mehrfamilienhaus sind am frühen Heiligabend fünf Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sind zwei Kleinkinder, sechs weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Zahlreiche Bewohner, die sich an Fenster oder auf Balkone geflüchtet hatten, wurden über Drehleitern gerettet.

Nach Angaben der Polizei gehören vier der Toten einer Großfamilie aus Angola an. Zwei der Toten waren Brüder, funf und sieben Jahre alt. Ihre Wohnung hatte sich mit Rauch gefüllt, sie starben an Vergiftungen. Ein 70 Jahre alter Mann, in dessen Wohnung das Feuer ausgebrochen war, erlag später in einem Krankenhaus seinen Brandverletzungen. Seine gleichalte Frau wurde schwer verletzt. Die Ursache des verheerenden Feuers sei noch unbekannt. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund wurde ausgeschlossen.

Folgenschwerster Brand in Köln seit 1987

Mehrere Bewohner des Hauses in Köln-Mülheim hatten am Samstag gegen 1.50 Uhr die Feurwehr alarmiert. Sie berichteten, dass es im zweiten Obergeschoss heftig brenne und dass das Treppenhaus nicht mehr zu passieren sei. Bei Eintreffen der Brandbekämpfer schlugen die Flammen über zwei Etagen an der Fassade hoch und hüllten das ganze Gebäude in dichte Rauchschwaden. Zahlreiche Bewohner, die sich angsterfüllt an Fenster oder auf Balkone geflüchtet hatten, wurden über Drehleitern gerettet.

Auf dem Balkon im vierten Obergeschoss rief eine junge Frau mit einem Kleinkind um Hilfe. Den Feuerwehrleuten berichtete sie, dass sich in ihrer Wohnung noch fünf weitere Menschen befänden. Ihr Mann, die beiden Jungen und ein Verwandter konnten zwar noch mit Rauchvergiftungen geborgen werden, starben jedoch nach Herz- Kreislauf-Stillstand.

Das Treppenhaus war wegen der starken Rauchentwicklung nicht mehr begehbar. "Wir konnten nicht raus und mussten warten, bis uns die Feuerwehr holt", sagte ein Mieter zu Reuters TV. Während die Feuerwehr Sofortmaßnahmen zur Rettung der Bewohner einleitete, drang ein Löschtrupp zu der Wohnung vor, in der das Feuer ausgebrochen war. Die schwer verletzte Rentnerin machte die Einsatzkräfte auf ihren Mann aufmerksam, der mit lebensgefährlichen Brandwunden in der Küche lag. Die Feuerwehrleute bargen ihn mit schwersten Verletzungen aus der Küche. Doch er starb später in einer Klinik. Eine zerborstene Fensterscheibe der Wohnung im vierten Stock war offenbar die Ursache dafür, dass die tödlichen Gase vom Brandherd zwei Etagen tiefer bis in die Wohnung der Angolaner vordringen konnten.

Nach Angaben der Feuerwehr erlitten die zwei Jungen, ihr Vater und dessen Freund einen Herz-Kreislaufstillstand - Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Eine Freundin der Mutter kam ebenfalls mit leichteren Verletzungen davon. Die Bleibe der angolanischen Familie lag laut Feuerwehr zwei Etagen über der Brandwohnung.

In einem Bus der Feuerwehr wurden 34 aus dem Haus Geborgene betreut, unter anderem von Notfallseelsorgern. Rund 110 Rettungskräfte waren im Einsatz. Das Feuer ist der folgenschwerste Brand in Köln seit 1987. Damals waren bei einem Wohnungsbrand in der Innenstadt ebenfalls vier Menschen getötet worden. Das Gebäude wurde komplett geräumt.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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