Reformdebatte
Geburtendefizit: Voigt fordert steuerliche Entlastung von Familien

Will wegen Geburtendefizit Familien fördern: Thüringens CDU-Ministerpräsident Mario Voigt
Will wegen Geburtendefizit Familien fördern: Thüringens CDU-Ministerpräsident Mario Voigt
© Martin Schutt / DPA

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Noch nie in der deutschen Nachkriegsgeschichte war das Geburtendefizit größer als im vergangenen Jahr. Der Thüringer Ministerpräsident Voigt forderte Konsequenzen.

Angesichts der niedrigsten Geburtenzahl in der Geschichte der Bundesrepublik hat der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) Steuervorteile für größere Familien gefordert. „Ich finde, wir sollten neue Wege gehen und darüber nachdenken, Familien stärker steuerlich zu entlasten“, sagte er dem stern. Ein Ansatz könnte sein, ein Elternteil bei drei oder mehr Kindern bei der Einkommensteuer freizustellen. „Das wäre ein klares Signal: Familien werden nicht nur gelobt, sondern konkret unterstützt.“

Voigt reagierte damit auf eine aktuelle Meldung des Statistischen Bundesamtes. Danach wurden im vergangenen Jahr nur 654.300 Kinder geboren – das war die niedrigste Zahl seit 1946. Gleichzeitig starben rund 1,01 Millionen Menschen. Dies ergebe das größte Geburtendefizit der Nachkriegszeit, hieß es. Wie in den Vorjahren sank in Ostdeutschland die Geburtenzahl gegenüber dem Vorjahr mit minus 4,5 Prozent stärker als im Westen, wo der Rückgang 3,2 Prozent betrug. 

Voigt: Geburtendefizit ist Warnsignal

Der Regierungschef forderte, diese demografischen Entwicklungen bei allen anstehenden Reformen mitzudenken. Die Zahlen seien ein „deutliches Warnsignal“. Insbesondere die Entwicklung im Osten zeige, wie ernst die Lage sei, sagte Voigt. Dort wirke das demografische Echo der 1990er-Jahre besonders stark, weil auf die geburtenschwachen Jahrgänge nun weniger potenzielle Eltern folgen.

Voigt fordert deshalb, Familien „wieder stärker in den Blick“ zu nehmen und steuerlich zu entlasten. „Wer Kinder großzieht, trägt Verantwortung für unsere Zukunft“, sagte er. Gerade Eltern stünden aktuell durch hohe Energiepreise, steigende Lebenshaltungskosten und Inflation unter erheblichem Druck. 

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