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Verdacht auf Untreue: Gesundheitsminister Gröhe zeigt Ex-Ärzte-Chef Köhler an

Andreas Köhler war Deutschlands oberster Ärztefunktionär. Gerichte sollen nun klären, wie der ehemalige Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung während seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender abkassierte.

Andreas Köhler war von 2005 bis 2014 Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

KBV als Selbstbedienungsladen? Andreas Köhler war von 2005 bis 2014 Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Der frühere Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, gerät weiter unter politischen Druck. Nach Informationen des stern hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vor Kurzem Strafanzeige gegen Köhler gestellt - wegen des Verdachts der Untreue. Hintergrund sind umstrittene Immobiliengeschäfte.

Köhler, der Deutschlands mächtigste Ärzte-Organisation mehr als neun Jahre leitete, hatte dafür gesorgt, dass sein Verband 2010 eine Immobilien- und Vermietungsgesellschaft übernahm. Ein Jahr später war die Gesellschaft überschuldet, der KBV droht nun ein Millionenschaden.

Andreas Köhler von Berliner Landgericht verurteilt

Mit der Klage versucht Gröhe das Wirken von Köhler weiter aufzuklären. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Ministerium Strafanzeige gegen den früheren Verbandschef gestellt. Damals ging es um überhöhte Mietzuschüsse von 95.000 Euro, die Köhler von der KBV erhalten hatte. Das Berliner Landgericht verurteilte ihn im Januar dazu, die Zuschüsse zurückzuzahlen. 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung zählt zu den mächtigsten Organisationen im deutschen Gesundheitswesen. Sie vertritt die Interessen von 165.000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten und verteilt die Honorare unter den Medizinern, zuletzt waren es 35 Milliarden Euro. 

ah