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HAARTEST: Haartest negativ - aber Staatsanwalt ermittelt

Ronald Schill ist durch das Ergebnis der Haaranalyse vom Vorwurf des Kokainmissbrauchs entlastet worden. Dessen ungeachtet eröffnete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Innensenator.

Hamburgs Innensenator Ronald Schill ist durch das Ergebnis einer Haaranalyse vom Vorwurf des Kokainmissbrauchs entlastet worden. Das Institut für Rechtsmedizin in München stellte am Montag fest, dass regelmäßiger Drogenkonsum ausgeschlossen werden könne. »Für Kokain gilt sogar gelegentlicher Konsum als unwahrscheinlich«, heißt es in dem Bericht.

Dessen ungeachtet eröffnete die Hamburger Staatsanwaltschaft am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen Schill »wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.« Die Eröffnung des Verfahrens war nötig geworden, weil ein angeblicher Informant Schill in der ARD-Sendung »Panorama« des Drogenmissbrauchs beschuldigt hatte. Gegen den inzwischen vernommenen Informanten wird ebenfalls ermittelt - wegen übler Nachrede und falscher Verdächtigung.

Innensenator Schill betonte vor der Presse: »Die Haaranalyse hat ergeben, dass es sich um eine perfide Schmutzkampagne gegen mich handelt.« Er müsse jedoch davon ausgehen, dass diese Kampagne weiter gehe und seine Gegner nun andere Vorwürfe vorbrächten.

Zum Haartest nach München

Schill war am Montag vor einer Woche nach massiven Vorwürfen, er habe Kokain genommen, zum Haartest nach München gereist. Anfang Februar hatte er öffentlich erklärt: »Ich habe nie illegale Drogen genommen«. Ein Zeuge hatte im NDR-Magazin »Panorama« anonym behauptet, Schill habe sich bei einer Wahlparty nach der Bürgerschaftswahl am 23. September 2001 »weißes Pulver auf das Zahnfleisch aufgetragen«.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sieht die Drogenvorwürfe nach der Haaranalyse widerlegt. »Ich habe nie an der Aussage von Innensenator Ronald Schill gezweifelt,« sagte Beust am Montag. Er rief die Medien auf, »sich in der Berichterstattung auf die Sacharbeit des Senats zu konzentrieren.«