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Werte-Union feiert separat: Ex-Verfassungsschützer Hans-Georg Maaßen verbucht Teil des CDU-Erfolgs in Sachsen für sich

Der frühere Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hatte sich im Wahlkampf mächtig für die CDU Sachsen ins Zeug gelegt. Am Tag danach verbucht er einen Anteil am Machterhalt in Dresden für sich - und glaubt, dass er ohne Gegenwind noch mehr erreicht hätte.

Hans-Georg Maaßen vor Emblem der Werte-Union

Feierte mit der konservativen Werte-Union abseits der CDU Sachsen eine Wahlparty: Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen.

DPA

Es hatte etwas von einer Gegenveranstaltung: Während die sächsische CDU am Wahlabend mit Ministerpräsident Michael Kretschmer im Dresdner Landtag auf den Machterhalt im Freistaat anstieß, feierte die konservative Werte-Union zur gleichen Zeit zwei Blocks vom Landtagsbau entfernt in einem Hotel an der Ostra-Allee. Als prominentester Gast auf der Einladung eigens mit Bild aufgeführt: Hans-Georg Maaßen, Ex-Verfassungsschutzpräsident und in den vergangenen Wochen eifriger Wahlkämpfer für die CDU - wenn auch in der besonders konservativen Lesart der Werte-Union.

Wegen dieses Engagements verbuchte Maaßen nun sogar einen Teil des CDU-Erfolgs, erneut als stärkste politische Kraft aus der Sachsenwahl hervorgegangen zu sein, für sich. "Mein Eindruck ist, dass, jedenfalls wenn man die Hochrechnungen vom Juli vergleicht, bevor ich tätig geworden bin mit der Werte-Union, und jedenfalls das Ergebnis sich anschaut, die Union in Sachsen deutlich besser geworden ist als vorher vorausgesagt wurde", erklärte Maaßen im Telefon-Interview mit "Steingarts Morning Briefing" noch am Sonntagabend. Dazu passte auch ein ebenfalls am Wahlabend abgesetzter Tweet Maaßens: "Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist aber immer ein Waisenkind, @MPKretschmer, #Senftleben!"

Hans-Georg Maaßen: Wunsch nach Kandidatur

"Ich glaube, der Erfolg wäre noch größer gewesen, wenn man uns (die Werte-Union, Anm. d. Red.) so hätte machen lassen können, wie wir gewollt hätten", sagte Maaßen in dem Interview mit Ex-"Handelsblatt"-Chef Gabor Steingart. Viele Menschen hätten ihm, Maaßen, persönlich gesagt, dass sie ihn im Falle einer Kandidatur gewählt hätten. Doch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ebenso wie Kretschmer hätten den Eindruck vermittelt, dass man diese Menschen gar nicht als Wähler haben wolle, so Maaßen weiter.

Mit Blick auf Statistiken die besagen, dass eine Mehrheit der CDU-Wähler sich nicht wünscht, dass Maaßen weiter "eine Rolle spiele", eine Mehrheit der AfD-Wähler hingegen schon, erklärte er: "Statistiken glaube ich nicht, es sei denn, ich habe sie selbst fabriziert." Es gebe auch eine Statistik, die besage, dass sich "77 Prozent" der CDU-Unterstützer "mehr Werte-Union und mehr Maaßen in der CDU" wünschten: "Und diese Statistik, die nehme ich auch ernst."

Hans-Georg Maaßen mit verschränkten Armen.

"Wird mich nicht in der AfD finden"

Dass er eines Tages in der AfD eine politische Heimat finden könnte, schloss Maaßen aus. "Man wird mich nicht bei der AfD finden. Als ich aus dem Amt geschieden bin als Präsident des Bundesverfassungsschutzes, hatte man mir auch schonmal das unsittliche Angebot gemacht, zur AfD zu gehen." Er habe es sofort abgelehnt. "Die AfD ist für mich einfach ein gäriger Haufen, in der auch - ich sage mal: Radikale und vielleicht auch einige Spinner - das Wort führen."

Quellen: Nachrichtenagentur DPA, "gaborsteingart.com", Twitter/@HGMaassen