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Hessen: Linke-Spitzenkandidat wirft das Handtuch

Nach einer wochenlangen Debatte um seine Verganganheit als DKP-Funktionär hat nun Peter Metz, Spitzenkandidat der hessischer Spitzenkandidat der Linken seine Kandidatur zurückgezogen. Angeblich ohne Druck der Parteiführung.

Der hessisches Spitzenkandidat der Partei Die Linke, Peter Metz, hat am Mittwoch seinen Verzicht auf Platz eins der Landesliste erklärt. Damit zog er die Konsequenzen aus der innerparteilichen Debatte um seine Vergangenheit als DKP-Funktionär. Die neu gegründete hessische Linke hatte den 54-jährigen Metz vor knapp zwei Wochen zu ihrem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Januar 2008 gewählt. Für den Diplom-Pädagogen aus dem Kreisverband Marburg stimmten lediglich 58 Prozent der 140 Delegierten des Parteitags in Frankfurt am Main. In einer Stichwahl setzte sich Metz überraschend gegen den favorisierten 63-jährigen Gewerkschafter und Mitbegründer der hessischen WASG, Dieter Hooge, durch.

Oberstes Ziel bleibt Einzug der Partei in den Landtag

Sein wichtigstes Ziel sei es, dass die Partei im Januar 2008 in den hessischen Landtag einziehe. "Voraussetzung dafür ist, dass die eigene Partei hoch motiviert und gemeinsam handelt. Das erwarten viele Menschen in und außerhalb Hessens von uns. In den letzten Tagen habe ich den Eindruck gewonnen, dass an mir und meiner politischen Vergangenheit die gemeinsame Handlungsfähigkeit unseres Landesverbandes eher gefährdet als gestärkt wird", erklärte er. Deshalb bitte er die Vertreterversammlung, neu über Platz eins der Liste zu entscheiden. Er selbst wolle sich mit voller Kraft in den Wahlkampf um sein Direktmandat in Marburg-Biedenkopf einbringen.

Partei- und Fraktionschef Oskar Lafontaine sagte dem "Tagesspiegel" zum Schritt von Metz: "Es ist eine Entscheidung, die wir respektieren und die er in eigener Verantwortung getroffen hat." Letzteres sei wichtig, damit es keine falschen Legenden gebe. Parteichef Lothar Bisky ergänzte: "Meines Wissens hat ihn niemand dazu aufgefordert." Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch äußerte "Hochachtung" für die Entscheidung von Metz und sprach von einem "beachtenswerten Schritt".

Parteiführung seit Tagen eingeschaltet

Nach Informationen des "Tagesspiegels" war die Berliner Parteiführung seit Tagen in die Gespräche zur Lösung der Krise in Hessen eingeschaltet. Noch am Dienstag war Metz dem Blatt zufolge in Berlin, traf sich zunächst mit Bartsch und dem West-Beauftragten der Partei, Ulrich Maurer, später auch noch mit Lafontaine und dem Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi.

AP/AP

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