Kanzlerkandidat Steinmeier SPD kann stärkste Partei werden


Obwohl alle Umfragen dagegen sprechen, träumt Frank-Walter Steinmeier von der Kanzlerschaft. Sowohl bei der Landtagswahl in Hessen als auch bei der Bundestagswahl, so glaubt der SPD-Außenminister, könnte seine Partei die stärkste Kraft werden.

Trotz anderslautender Umfragewerte glaubt SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, dass seine Partei bei der Landtagswahl in Hessen im Januar und bei der Bundestagswahl im September stärkste Partei werden kann. Zur Begründung sagte der Außenminister der "Bild am Sonntag", die Zeit rufe nach sozialdemokratischen Antworten. "Die Marktradikalen haben uns diese Krise eingebrockt, jetzt geht es um eine gerechte neue Wirtschaftsordnung, in der auch der Staat handlungsfähig ist und Sicherheit gibt." Diese Aufgabe könne die SPD am besten lösen.

"Wir werden in Hessen ein gutes Wahlergebnis erreichen", sagte Steinmeier. Der dortige SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel präsentiere sich gut. "Er packt in der schwierigen Situation mutig an. Das verdient meinen Respekt und wird sicher auch Eindruck bei den Hessen hinterlassen."

Nach einer am vergangenen Freitag veröffentlichten Telefonumfrage im Auftrag des Fernsehsenders Sat.1 liegt die Union in Hessen derzeit mit 41 Prozent deutlich vor der SPD, die nur mit 25 Prozent der Stimmen rechnen kann. Vier Wochen vor der Wahl schneidet Ministerpräsident Roland Koch (CDU) im direkten Vergleich mit 45 Prozent doppelt so gut ab wie sein SPD-Herausforderer Schäfer-Gümbel (22 Prozent).

Auch auf Bundesebene kämpfe er gemeinsam mit Fraktionschef Peter Struck und Finanzminister Peer Steinbrück dafür, dass die SPD nach der Wahl stärkste Fraktion werde und den Kanzler stelle. "Die Fortführung der großen Koalition steht dabei nicht auf unserem Wunschzettel", sagte Steinmeier. Ein von der SPD geführtes Bündnis würde mit der Wirtschaftskrise besser fertig als die derzeitige Koalition. Eindeutig erhob Kanzlerkandidat Steinmeier seinen Machtanspruch innerhalb der SPD. Auf die Frage, wer die Nummer eins der SPD im Wahljahr 2009 sei, antwortete Steinmeier: "Das kann doch niemand anderes als der Kanzlerkandidat sein."

DPA/Reuters DPA Reuters

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