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Katharina Schulze: Grünen-Politikerin isst im Urlaub ein Eis mit Plastiklöffel - und im Netz gibt es Aufregung

Mit einem Urlaubsfoto löst Grünen-Politikerin Katharina Schulze einen kleinen Shitstorm aus. Grund der Aufregung ist neben ihrem Reiseziel auch ein Eis.

Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Katharina Schulze

Für ein Bild im Netz erntet Katharina Schulze aktuell viel Kritik.

DPA

Urlaub: die Zeit im Jahr, die wohl von Jung und Alt gleichermaßen geschätzt (und geliebt) wird. Keine Schule, keine Arbeit. Also auch keine Prüfungen, keine Meetings, E-Mails oder nervige Anrufe vom Chef. Stattdessen Zeit mit den Liebsten verbringen, bestenfalls eine neue Stadt oder gar ein ganzes Land erkunden oder einfach mal faul rumliegen und ein gutes Buch lesen.

Katharina Schulze, Vorsitzende der Grünen und Oppositionsführerin im Bayrischen Landtag, nimmt gerade ebenfalls eine Auszeit. Die 33-Jährige verbringt ihren Winterurlaub im sonnigen Kalifornien. Und wie vertreibt man sich die Zeit im Golden State bei angenehmen 20 Grad am besten? Mit Eis! Das hat auch Frau Schulze erkannt, wie ein vor zwei Tagen veröffentlichtes Foto auf ihrem Instagram-Account zeigt.

Schulze tut, wovon sie andere abbringen will

So weit, so nicht unbedingt unüblich. Trotzdem finden sich, bei genauerer Betrachtung der Kommentarspalte ihrer Accounts, zahlreiche Nachrichten von wütenden Nutzern. Der Grund: Grünen-Politikerin Katharina Schulze fliegt nicht nur mit einem Flugzeug um den halben Globus - sie kauft sich vor Ort auch noch Eis in einem Plastikbecher samt Plastiklöffel. In den Augen der (potenziellen) Wähler ein absolutes No-Go.

Ob das für eine Grünen-Politikerin nun verwerflich ist oder nicht, soll natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Die Argumente der Kritiker klingen so: Bei der Flugstrecke München - Los Angeles, hin und zurück gut 19.250 Kilometer, entstehen knapp sieben Millionen Gramm Kohlendioxid. Um den Schadstoffausstoß ihres Fluges quasi zu neutralisieren, müsste Frau Schulze nach ihrem Urlaub 15 Bäume pflanzen.

Erst vor einem halben Jahr veröffentlichte die Partei zudem einen Aktionsplan gegen Plastikmüll. Darin heißt es genau: "Plastik ist für viele Anwendungen ein sinnvoller und vielseitiger Werkstoff. Es ist aber irrsinnig, dass extrem langlebige und haltbare Kunststoffprodukte teilweise nur für wenige Tage oder gar Minuten im Einsatz sind." Dazu zählen, ganz klar, auch Plastikbecher und -löffel.

Kleiner Seitenhieb von FDP-Politiker

Der bayrische FDP-Spitzenkandidat, neuerdings Landtagsabgeordneter und Fraktionschef, Martin Hagen, kann sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. Auf seiner Facebook-Seite teilte er (mit einem Augenzwinkern) folgenden Beitrag: "Sorry Katharina Schulze, ich konnte nicht widerstehen ;-) Viel Spaß im Urlaub, haste dir verdient #Instagram #Neujahr #Ökobilanz". Dazu ein Bild seiner Hand und einer Pfandflasche, im Hintergrund das verschneite Bayern.

Sorry Katharina Schulze, ich konnte nicht widerstehen ;-) Viel Spaß im Urlaub, haste dir verdient! 🙋‍♂ #Instagram #Neujahr #Ökobilanz

Gepostet von Martin Hagen am Donnerstag, 3. Januar 2019

Eigentlich haben wir doch wichtigeres zu tun

Ein klassischer Fall von "Wasser predigen, Wein trinken"? In den Augen der meisten Nutzer schon. Dennoch gibt es immerhin eine Handvoll, für die das Problem gar kein Problem ist. Wir hätten schließlich wichtigeres zu tun, als uns um die Urlaubspläne unserer Politiker zu sorgen. Ein anderer User merkt an, dass das Bereisen (auch ferner) Länder für unsere Gesellschaft etwas sehr Wertvolles sei. Schließlich sollte man nicht über andere reden, sondern mit ihnen.

Und was sagt "Katha" Schulze selbst? Im Moment jedenfalls nichts, eine Anfrage des stern blieb zunächst unbeantwortet. Sie hat schließlich Urlaub, genießt gerade die kalifornische Sonne und isst ein leckeres Eis.

pawlo