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Klage des Bundeswirtschaftsministers: Glos fühlt sich von Merkel im Stich gelassen

Wirtschaftsminister allein zu Haus: In einer CSU-internen Sitzung hat sich Michael Glos einem Zeitungsbericht zufolge über Angela Merkel beklagt. Die Kanzlerin unterstütze ihn zu wenig, findet Glos. Ein anderer Minister habe es viel besser.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat sich einem Zeitungsbericht zufolge über mangelnde Unterstützung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beklagt. Auf der Sitzung von CSU-Vorstand und CSU-Landesgruppe am Montagabend in München habe er gesagt, Merkel setze sich zu wenig für CSU-Minister ein, berichtete die "Passauer Neue Presse" (Donnerstag) unter Berufung auf Teilnehmer.

Das Blatt zitierte Glos mit den Worten: "Ich kann auch in den Spiegel schauen." Er hätte sich gewünscht, dass CSU-Minister ebenso schnelle Rückendeckung erhalten hätten wie Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee von der SPD. Dieser war in der Debatte um seine Rolle bei den Sonderzahlungen für den Bahnvorstand massiv in die Kritik geraten.

Damals hatte Merkel rasch mitteilen lassen, der unter starkem Druck stehende Tiefensee habe ihr Vertrauen. Zu diesem Zeitpunkt war das als schnelle Rückhaltsbekundung verstanden worden.

Wirtschaftsminister Glos ist in den vergangenen Wochen immer wieder vorgeworfen worden, keinen Beitrag zum Management der Regierung in der Finanzmarktkrise zu leisten. Auch in den eigenen Reihen wird häufig kritisiert, Glos gebe gegenüber dem starken SPD-Finanzminister Peer Steinbrück eine unglückliche Figur ab.

chs/DPA / DPA