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Sachsen und Brandenburg: Landesregierungen abgewählt: Wen CDU und SPD nun zum Regieren brauchen

Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg ist die AfD jeweils zweitstärkste Kraft geworden. Die bisherigen Landesregierungen haben keine Mehrheit mehr. Aber welche Koalitionen sind nun möglich? Ein Überblick.

Fünf Frauen beugen sich über zusammengestellte Tische, auf denen hellgrüne Wahlzettel liegen

Fünf Frauen zählen in Kamenz die Stimmen der Landtagswahl in Sachsen aus

DPA

Rekordergebnisse für die AfD, historische Tiefstände für CDU und SPD: Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen trotz starker Verluste klar gegen die AfD gewonnen, in Brandenburg behauptet sich die SPD knapp vor den Rechtspopulisten. Doch die AfD wird laut Hochrechnungen in beiden Ländern zweitstärkste Kraft - wie zuvor schon in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. 

Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit bedeutet dies eine weitere Verschiebung der Parteienlandschaft. In beiden Ländern stehen schwierige Regierungsbildungen bevor. Im Bund dürfte sich die wackelige Große Koalition vorerst trotzdem stabilisieren, falls die Regierungschefs an der Macht bleiben. Aber welche Koalitionen sind überhaupt möglich?

Landtagswahl in Sachsen: CDU gewinnt knapp vor der AfD

Mögliche Koalitionen in Sachsen

In Sachsen hat die seit der Wiedervereinigung regierende CDU ihre Spitzenposition nach einer Aufholjagd überraschend klar gegen die AfD verteidigt. Die CDU-SPD-Koalition von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat aber voraussichtlich keine Mehrheit mehr. In Sachsen könnte es auf eine Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen hinauslaufen. Theoretisch wäre laut ARD auch ein schwarz-grünes Bündnis denkbar – wegen der verfügten Beschränkung der AfD-Liste auf 30 Sitze, sofern es dabei bleibt.

Grünen-Spitzenkandidatin Katja Meier hat deutlich gemacht, dass eine schwarz-grün-rote Koalition in Sachsen nach der Landtagswahl kein Automatismus ist. "Ja klar, wir haben gesagt, wir wollen Verantwortung übernehmen", sagte sie am Sonntag im ZDF. "Was aber auch ganz klar ist: Es kann kein Weiter so geben von CDU und SPD, und wir Grünen dann als Anhängsel, die ein bisschen Umweltpolitik machen. Es muss sich ganz klar etwas ändern."

Ministerpräsident Dietmar Woidke

Mögliche Koalitionen in Brandenburg

In Brandenburg wurde das rot-rote Bündnis von Woidke abgewählt. Die SPD könnte jedoch voraussichtlich in einer rot-rot-grünen Koalition weiterregieren. Nach den Hochrechnungen wäre rechnerisch aber wohl auch ein Bündnis mit CDU und Freien Wählern oder mit CDU und Grünen möglich.

Als Regierungspartner für SPD und Linke kämen die Grünen infrage, die mit 9,9 bis 10,6 Prozent nicht nur ihr bestes Ergebnis in Brandenburg, sondern überhaupt in einem ostdeutschen Flächenland einfahren (2014: 6,2). Regierungen von SPD, Grünen und Linken gibt es bereits in Bremen, Berlin und Thüringen - dort allerdings unter Führung der Linken. 

tkr / DPA