Landtagswahlen Spannendes Duell in Hessen


Die Landtagswahlen sowohl in Hessen als auch in Niedersachsen haben nur wenig Wähler in die Stimmlokale gelockt. Selbst das spannende Hessen-Duell zwischen Amtsinhaber Roland Koch (CDU) und SPD-Herausforderin Andrea Ypsilanti lockte kaum mehr Wähler als 2003 in die Kabinen.

In Hessen, wo sich nach den Umfragen zwischen Amtsinhaber Roland Koch (CDU) und SPD-Herausforderin Andrea Ypsilanti ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen anbahnte, lag die Wahlbeteiligung bis 14.00 Uhr mit 34,6 Prozent nur wenig über dem Wert von 2003, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Damals waren zu der Zeit 34,0 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen gegangen. Insgesamt waren vor fünf Jahren mit 64,6 Prozent so wenige Hessen zu einer Landtagswahl gegangen waren wie noch nie zuvor. In Hessen sind 4,37 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. In Niedersachsen, wo wegen der guten Umfrageergebnisse für Amtsinhaber Christian Wulff (CDU) ohnehin keine allzu große Beteiligung erwartet worden war, gaben bis 12.30 nur 22,65 Prozent der wahlberechtigten Niedersachsen ihre Stimme ab, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Bei der Landtagswahl 2003 hatte die Beteiligung zum gleichen Zeitpunkt noch bei 29,2 Prozent gelegen. Rund 6,1 Millionen Menschen sind in Niedersachsen zur Wahl aufgerufen.

Über 10 Millionen Wahlberechtigte

Die Spitzenkandidaten der Landtagswahlen haben alle bis zum frühen Nachmittag ihre Stimme abgegeben. Der hessische Ministerpräsident Koch ging mit seiner Frau Anke in Eschborn zur Wahl. Seine SPD-Herausforderin Ypsilanti gab in Frankfurt am Main gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Klaus-Dieter Stork ihren Stimmzettel ab. Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff wählte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Bettina Körner in Hannover. Ebenfalls in der Landeshauptstadt gab auch sein SPD-Herausforderer Wolfgang Jüttner gemeinsam mit seiner Ehefrau Marion seine Stimme ab. In den beiden ersten Landtagswahlen des Jahres wird kurz nach der Halbzeit der Großen Koalition in Berlin auch erhebliche bundespolitische Bedeutung beigemessen. Insgesamt sind fast 10,5 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen.

Hochrechnungen gegen 18.30 Uhr

Die Wahllokale öffneten um 08.00 Uhr und schließen um 18.00 Uhr. Mit ersten Hochrechnungen wird gegen 18.30 Uhr gerechnet. Die vorläufigen amtlichen Endergebnisse werden nach 22.00 Uhr erwartet. Als spannend gilt vor allem der Wahlausgang in Hessen, wo die SPD nach den Umfragen deutlich aufgeholt hat und der zurzeit noch mit absoluter Mehrheit der Sitze regierenden CDU von Koch dicht auf den Fersen ist. Die FDP hat sich zur Neuauflage einer Koalition mit der CDU bereiterklärt. Dagegen strebt die SPD eine Koalition mit den Grünen an. Vieles dürfte vom Abschneiden der Linkspartei abhängen, die in Hessen ebenso wie in Niedersachsen erstmals in das Landesparlament eines westdeutschen Flächenlands einziehen will. SPD und Grüne in Hessen haben jedes Regierungsbündnis mit der Linken ausgeschlossen. In Niedersachsen hat Ministerpräsident Wulff den Umfragen zufolge gute Chancen, seine vor fünf Jahren gebildete Landesregierung aus CDU und FDP fortzusetzen. Bei der letzten Landtagswahl am 2. Februar 2003 hatte die CDU 48,3 Prozent der Stimmen bekommen, deutlich vor der SPD (33,4 Prozent). Die FDP erhielt 8,1 Prozent, die Grünen 7,6 Prozent. In Hessen hatte die CDU am selben Tag mit 48,8 Prozent erstmals eine absolute Mehrheit errungen. Die SPD war auf ein Rekordtief von 29,1 Prozent gerutscht. Die Grünen lagen mit 10,1 Prozent deutlich vor der FDP (7,6 Prozent).

AP


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