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"Menschen bei Maischberger": "Deutschland wird von Weicheiern regiert"

Vom slowakischen Politiker Richard Sulik haben Sie noch nichts gehört? Das könnte sich seit "Menschen bei Maischberger" ändern. Mit seinen harschen Thesen zur Flüchtlingskrise brachte er die ganze Talkrunde gegen sich auf.

Die Talkgäste von "Menschen bei Maischberger" posieren mit der Moderatorin im Fernsehstudio

Zum Thema "Das Flüchtlingsdrama: Versagt die Große Koalition?" diskutierten Richard Sulik,  Norbert Blüm, Bettina Gaus, Ralf Stegner und Stephan Mayer (v.l.n.r.). Moderatorin Sandra Maischberger gesellte sich zu Norbert Blüm und Bettina Gaus.

Das Thema "Das Flüchtlingsdrama: Versagt die Große Koalition?" erhitzte in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" eh schon die Gemüter. Doch besonders der slowakische Europa-Abgeordnete Richard Sulik sorgte mit seinen Thesen zur Flüchtlingskrise dafür, dass er schnell die ganze Talk-Runde gegen sich hatte.

"Es ist wichtiger, die eigenen Leute zu retten als die ganze Welt", sagte er. Der Bundeskanzlerin Angela Merkel gab er den Rat: "Frau Merkel soll sich mal überlegen, wer sie gewählt hat und zu wessen Wohle sie handeln sollte."

Norbert Blüm, CDU-Altpolitiker, sieht in der Flüchtlingskrise eine Nagelprobe für Europa: "Wir sind noch nicht einmal in der Lage, 160.000 Flüchtlinge auf die Länder Europas zu verteilen. Welch ein Trauerspiel." Europa habe die Idee einer Humanität. "Wenn es in dieser Frage versagt, wenn nationale Egoismen wichtiger sind als europäische Solidarität, dann hat Europa seine Aufgabe nicht erfüllt", sagte Blüm.

Mehr Muslime als Christen in Europa?

Sulik stellt sich statt humanitärer Maßnahmen vor, dass wieder Grenzzäune hochgezogen oder zumindest die Grenzen bewacht werden. "Die ganze Welt fasst sich an den Kopf, was Deutschland macht", warf Sulik ein. "Ein Land, das seine Grenzen nicht bewachen kann, wird von Weicheiern regiert." Er hält die deutsche Politik für völlig falsch: "Es ist wichtig, Signale zu senden, dass nicht jeder nach Europa kommen darf", fordert er. "Und wenn Deutschland meint, es gäbe keine Obergrenze und jeder dürfe herkommen, dann soll Deutschland bitte auch diese Migranten beherbergen."

Sulik begründet, warum die Slowakei die Verteilung von Flüchtlingen in Europa nach einer Quote ablehnt: "Wenn ich wüsste: 'Es kommen eine Millionen Menschen nach Europa, die müssen verteilt werden und dann ist Schluss', dann wäre ich der Erste, der sagt: 'Machen wir eine Verteilung nach Quoten'.“ Europa könne aber nicht die ganze Welt beherbergen. "Es sind Hunderte von Millionen Menschen, die in Europa leben möchten. Wir haben doch keine Chance, die alle aufzunehmen", redete sich Sulik in Rage. "Ich will nicht in einem Europa leben, wo mehr Muslime geboren werden als Christen - und ich bin Atheist."

Humanitäre Politik schuld an toten Kindern?

Der slowakische Politiker gab der deutschen Politik eine Mitschuld am Ertrinken von Flüchtlingskindern: "100 tote Kinder pro Monat sind doch eine Folge der humanistischen Politik, die den Menschen vorgaukelt, es seien hier alle willkommen", rief er aus.

Damit hatte Sulik dann endgültig alle anderen Talk-Gäste gegen sich aufgebracht. Ralf Stegner, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD, platzte der Kragen: "Das ist doch Zynismus! Das ist eine Zumutung, sich das anhören zu müssen." Auch Blüm ging Suliks Aussage viel zu weit: "Das ist eine Unverschämtheit zu sagen, dass wir mit unserer Hilfe daran schuld seien, dass Kinder ertrinken. Die Verbrecher sitzen in Syrien mit ihren Fassbomben. Wollen sie die rechtfertigen?", fragte er Sulik. "Das sind die, die die Kinder in die Flucht treiben. Die kommen doch nicht aus Vergnügen hier her." Am deutlichsten wurde Bettina Gaus, Journalistin bei der "Taz": "Mit dem, was Sie sagen, überschreiten Sie die Grenzen der freien Meinungsäußerung", sagte sie. "Ich verachte das."

tkr