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Monika Hohlmeier: Ganz der Alte!

"Im Dunkeln kämpft es sich leichter als im Licht", hat Monika Hohlmeier schon vor Jahren erkannt. Das vom Vater Franz Josef Strauß geerbte Talent, gepaart mit dem familieneigenen Starrsinn, könnte Bayerns Kultusministerin nun den Job kosten.

Zu später Stunde, wenn die Bierkrüge leer und die Herzen voll sind, gedenken Münchner CSU-Hoffnungsträger gern des Franz Josef Strauß selig und eines speziellen Vermächtnisses. Stets habe der große Vorsitzende gesagt, die CSU sei nicht nur urbi et orbi führend, sondern auch "im Verein für deutliche Worte". So etwa, wie sie der Parteifreund Richard Hundhammer im Ortsverband Harlaching anlässlich einer kleinen Differenz zu hören bekam: "Schleich di, du Drecksau, schleich di, sonst knallt's. Du Drecksau hau ab, du katholische."

Nun hat sich auch Monika Hohlmeier, bayerische Kultusministerin und Bezirksvorsitzende der Münchner CSU, um den Verein verdient gemacht. Der Anlass war für Münchner Begriffe eher läppisch. Es ging mal wieder um gekaufte Mitglieder und manipulierte Abstimmungen innerhalb der CSU Münchens und darum, ob die "Moni" darin verstrickt sei. Was wollt's denn, habe sie die versammelten Vorstände gefragt, "kühl, als würde sie mit Eiswürfeln gurgeln", so ein Ohrenzeuge. Und dann habe sie einen blau-grünen Plastikordner hevorgekramt und gedroht: "So, gegen jeden von euch gibt es was." Ehegeschichten und, wie der Landtagsabgeordnete Ludwig Spaenle erfuhr: "Ludwig, deine Frau hat eine Wahl gefälscht."

Noch hält Stoiber seine Segenshand über sie

Den Vorwurf, ein Dossier angelegt und Parteifreunden gedroht zu haben, streitet Monika Hohlmeier vehement ab, sie bedauerte inzwischen aber mögliche Missverständnisse. Von ihrem Amt als Chefin der Münchner CSU ist sie zurückgetreten, Ministerin will sie bleiben. Noch hält Regierungschef Edmund Stoiber seine Segenshand über sie. Aber schon werden Nachfolger gehandelt, und selbst der Bayerische Rundfunk, stets feste Burg der Staatskanzlei, empfiehlt in einem Kommentar, die Frau Hohlmeier "reden zu lassen", sie aber "nicht mehr zu beschäftigen".

Dossiers und gezielte Indiskretionen haben in Bayern und der CSU Tradition. Franz Josef Strauß höchstselbst ließ im Frühjahr 1976 eines über den damaligen Minister für Bundesangelegenheiten Franz Heubl anlegen. Darin stand unter "Persönlich. Vertraulich", Heubls besonderes Kennzeichen sei "bodenlose Faulheit", er arbeite höchstens acht Stunden pro Woche und bestehe täglich auf einer "mehrstündigen Ruhe, zum Beispiel einem langen Nachmittagsschlaf, für den er in Decken gehüllt werden" müsse. Obwohl FJS das Konvolut an Journalisten und Parteifreunde verteilen ließ, überstand er einen Untersuchungsausschuss problemlos.

Auch beim Diadochenkampf um den Parteivorsitz zwischen Edmund Stoiber und Theo Waigel waren gezielte Indiskretionen mitentscheidend. Es siegte Edmund Stoiber dank einer angeblich von "ganz oben" inszenierten Intrige, die sich mit Waigels Ehe befasste.

Die "Moni mit den Genen",

Nun also die Moni, die "Moni mit den Genen", wie es heißt, wenn sie beim Reden auf den Zehen wippt, den Kopf nach vorne reckt, die Schultern hochzieht und den Menschen im Lande erklärt, warum die Grünen eine Katastrophenpartei sind, alles ganz wie der Papa. Moni, die gelernte Hotelkauffrau, die von der Landtagsabgeordneten und Gemeinderätin (1990) zur Staatssekretärin im Kultusministerium (1993), zur Kultusministerin (1998) und Münchner CSU-Chefin (2003) aufstieg. Immer fröhlich lächelnd, gern im "süßen" oder "feschen" Dirndl, auf die Leute "zugehend", vor allem aber "bierzelttauglich" und mit direktem Zugang zu Edmund Stoiber. Sie erkor ihn zum Paten ihres Sohnes Markus, der seitdem eine Taufkerze mit Bayernhymne besitzt.

Ganz so eng ist ihr Verhältnis zu Stoiber nicht mehr, sondern "nüchterner geworden", wie sie der Münchner Fotografin und Autorin Herlinde Koelbl offenbarte. Koelbl hatte über acht Jahre hinweg wichtige Männer und Frauen immer wieder für ihr Buch "Spuren der Macht" fotografiert und befragt. Ihr erzählte Monika Hohlmeier in langen Gesprächen von ihren Depressionen, bei denen sie "stundenlang daliegt" und sich immer wieder fragt, "warum es mir so schlecht geht". Von der Ehekrise mit ihrem Mann, der "zumindest in der Gedankenwelt" eine andere Frau liebte, und wie sie das Problem bei einer Ehetherapie so löste, dass nun alle miteinander umgehen können und der Gatte in der Öffentlichkeit ausgeblendet bleibt.

Sie sprach über ihre Krankheiten ("eine verschlampte Hepatitis und eine Art Typhus"), die sie abmagern und zur Vegetarierin werden ließen, und natürlich auch über die Beziehung zu ihrem Vater. Der sei nicht immer der unbesiegbare Held gewesen, aber eine "enorm starke Persönlichkeit", die "keine Beleuchtung brauchte, die selbst strahlte". Von ihm habe sie gelernt, dass der "Familienzusammenhalt das Wichtigste" sei: "Nach außen geht man in die Attacke und sagt erstens, was geht euch die Sache an, und zweitens, was behauptet wird, stimmt nicht. Man errichtet einen Schutzwall um das bedrohte Familienmitglied."

Solange FJS regierte, und auch noch Jahre nach seinem Tod anno 1988 war dieser Schutzwall nicht nötig. Damals begann Monikas Bruder Max mit ein paar Freunden, die Münchner CSU zu "gestalten", mit dubiosen Geldtransaktionen, gekauften "Mitgliedern" und mobilen Mehrheiten, die jäh bei Versammlungen der Ortsverbände auftauchten. Nachdem sich Max wegen diverser Anklagen vor Gericht aus dem aktiven politischen Leben hatte zurückziehen müssen, machten die Spezis ohne ihn weiter. Seine Freunde wurden Monikas Freunde, die in den Hinterzimmern der Macht prahlten, wie es sein werde, wenn die Moni bayerische Ministerpräsidentin werde und sie zum Chef der Staatskanzlei oder Oberbürgermeister in München avancierten, was fest vereinbart sei.

Nicht ganz ohne Intrigen

1993, als sie Staatssekretärin wurde, hat sie ihr erstes Schriftstück mit grüner Tinte unterzeichnet - die Ministern vorbehalten ist. Sie lernte schnell. Dass Staatssekretäre rote Tinte zu nehmen haben, aber auch, dass man sich seinen Platz nicht ganz ohne Intrigen erkämpfen kann. Auch "personelle Zersetzung" sei da manchmal nicht zu vermeiden. Ihr damaliger Chef Hans Zehetmair hat es ihr schmerzhaft demonstriert, indem er seiner Staatssekretärin 1994 plakativ den nicht existierenden Fachbereich Multimedia im Kultusministerium entzog: Auf Vermittlung ihres Bruders Max hatte Monika Hohlmeier zwei Multimedia-Firmen ins Ministerium geladen. Der Bruder war auch dabei, was Minister Zehetmair als "ein Odium" empfand. "Frau Hohlmeier", so rüffelte er seine engste Mitarbeiterin im Plenum, "ist noch jung und fähig, aus Fehlern zu lernen." Inzwischen schreibt sie mit grüner Tinte, und der Ex-Minister Zehetmair brachte es unlängst nicht mal mehr zum Präsidenten von 1860 München. "Im Dunkeln kämpft es sich leichter als im Licht", hatte sie zuvor in einem der Gespräche zum Buch gesagt.

Vielleicht ist Monika Hohlmeier inzwischen das Gefühl dafür verloren gegangen, dass die Beißhemmung gegenüber dem Namen und der Familie Strauß dramatisch nachgelassen hat. Wo zwei oder drei Parteifreunde zusammen sind, ist selbst die rein theoretische Frage nicht mehr tabu, ob FJS, wäre er denn noch am Leben, heute in der Schweiz säße, vor Gericht oder im Gefängnis. Ziehsohn Edmund Stoiber, der dem bayerischen Weltenlenker einst "aus der Hand gefressen hat", wie die Münchner "AZ" alte Strauß-Anhänger zitierte, hat sich geradezu ostentativ von seiner Vergangenheit abgenabelt.

Am deutlichsten demonstrierte er das, als im Zuge der Steuerstrafsache gegen Max Strauß das Elterngrab der Familie gepfändet wurde. Obwohl Monika Hohlmeier den Patenonkel ihres Sohnes um Vermittlung bat, wurde die Gruft erst nach öffentlichen Protesten vom Kuckuck befreit. Und mit Max Strauß will Stoiber nicht mal mehr fotografiert werden. Das noch nicht rechtskräftige Urteil - drei Jahre, drei Monate Gefängnis - gegen Max Strauß, der kurz vorher noch wegen Betrugs zu 300000 Euro Geldstrafe verdonnert worden war, mochte Stoiber "nicht kommentieren". Er bewerte Entscheidungen eines Gerichts "grundsätzlich nicht". Monika Hohlmeier nannte die Verurteilung ihres Bruders in diversen Interviews dagegen ein "politisches Verfahren" mit einem Urteil, das "inakzeptabel" sei und "der Sache nicht gerecht". In der Staatskanzlei wurde das mit Interesse registriert.

Ob sie über ihr Dossier stolpert - ungewiss

Ob Monika Hohlmeier in ein paar Tagen oder Wochen noch immer Kultusministerin ist, ob sie über ihr Dossier stolpert - ungewiss. Stoiber wolle, so behaupten und dementieren die einschlägigen "CSU-Kreise", die weitere Entwicklung abwarten. Im Normalfall bedeutet dies, dass nun zwischen Spessart und Karwendel ein paar Umfragen laufen, um zu erkunden, was die Stimme des Volkes dazu sagt.

Auch das könnte für Monika Hohlmeier gefährlich werden, zumal die von ihr in Bayern durchgepeitschte "G8"-Reform, also das Abitur nach acht Jahren Gymnasium, sehr umstritten ist - nicht zuletzt dank eines ministeriellen Rechenfehlers, der zur Folge hat, dass nun ein paar hundert Lehrer für das neue Projekt fehlen.

Vorerst bleibt Monika Hohlmeier für Stoiber eine hervorragende Kultusministerin. Nur ihr Gedächtnis hat offenbar gelitten. Was sagte sie 1994 in einem Interview? "Man darf nicht mit Wissen um Interna drohen. Das ist ein schlechter Stil und bricht einem auch früher oder später das Genick."

Rupp Doinet / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(