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Nerz gegen Ponader: Streit an der Spitze der Piratenpartei

Der politische Geschäftsführer der Piraten, Johannes Ponader, hält sich offenbar nicht an Mehrheitsmeinungen im Bundesvorstand sener eigenen Partei.

Im Bundesvorstand der Piratenpartei herrscht offener Streit - im Mittelpunkt steht der politische Geschäftsführer Johannes Ponader. Es gebe unterschiedliche Vorstellungen zu den Arbeitsweisen des Gremiums, sagte der stellvertretende Vorsitzende Sebastian Nerz am Freitag. "Wenn man über mehrere Monate vergeblich versucht, eine Lösung zu finden, dann muss man irgendwann die Partei informieren, dass es da Probleme gibt." Für eine Klärung gebe es mehrere Möglichkeiten, notfalls müsse es personelle Konsequenzen geben, sagte Nerz mit Blick auf Ponader.

"Es gibt unterschiedliche Vorstellungen, was Mehrheitsmeinungen im Bundesvorstand bedeuten", sagte Nerz. "Wenn man eine Mehrheit herbeigeführt hat, dann sollten sich auch alle im Bundesvorstand daran halten und dies nach außen einheitlich vertreten. Sonst machen Absprachen keinen Sinn." Zuletzt habe er sich am Donnerstagabend mit Ponader "sehr sachlich ausgetauscht". Es gebe aber nach wie vor "sehr unterschiedliche Vorstellungen, was der Bundesvorstand kann oder nicht kann".

Einen wesentlichen Beitrag zur derzeitigen Eskalation leistete Ponaders Absicht, eine Einladung zu einer TV-Talkshow anzunehmen - gegen einen Mehrheitsbeschluss des Vorstandes.

nw/DPA/AFP / DPA