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Rüstungsprojekt Eine Milliarde für neue Euro-Drohne

Das Verteidigungsministerium plant die Entwicklung einer neuen Drohne für Aufklärungs- und Kampfeinsätze
Das Verteidigungsministerium plant die Entwicklung einer neuen Drohne für Aufklärungs- und Kampfeinsätze
© Armin Weigel/ dpa
Die von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen geplante Euro-Drohne soll eine Milliarde Euro kosten – und das nur für ihre Entwicklung. An dem Projekt sind auch Italien und Frankreich beteiligt. 
Von Hans-Martin Tillack

Die von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geplante sogenannte Euro-Drohne wird teuer. Allein für ihre Entwicklungsphase seien insgesamt bis zu eine Milliarde Euro "vorgesehen", räumte das Verteidigungsministerium jetzt in einem vertraulichen Bericht ein. Gesine Loetzsch (Linke), die Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Bundestages, hatte das Papier angefordert. Die Summe von einer Milliarde für das unbemannte Fluggerät war bisher zwar vermutet worden, nun ist sie jedoch offiziell.

Auftrag soll ohne Ausschreibung vergeben werden

Die Drohne der sogenannten MALE-Klasse (Medium Altitude, long Endurance) wird zusammen mit Frankreich und Italien entwickelt; von der Leyen hatte dies im Mai mit ihren dortigen Amtskollegen verabredet. In dieser Vereinbarung sei auch die Summe von einer Milliarde vorgesehen, so der Bericht. Wo "die Kostenobergrenze für den deutschen Entwicklungsanteil" an der Milliarde liegen werde, hat das Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben bereits fixiert. Es werde aber "aus verhandlungstaktischen Gründen" gegenüber Frankreich und Italien "noch nicht offen kommuniziert". Der Auftrag soll laut dem Bericht ohne Ausschreibung an die drei Konzerne Airbus, Dassault und Alenia Aermacchi vergeben werden. Zunächst wollen die drei Nationen aber für insgesamt allein 60 Millionen Euro eine Vorstudie für die Drohnen-Entwicklung bestellen. Auf Deutschland entfallen dabei Kosten von 24 Millionen.

Die geplante Euro-Drohne soll ab dem Jahr 2025 einsatzbereit sein. Sie soll sowohl Aufklärungsflüge absolvieren, wie auch als Kampfdrohne nutzbar sein. Kritiker weisen daraufhin, dass vergleichbare Drohnen etwa von US-Firmen fertig entwickelt angeboten würden. Für Konzerne wie Airbus geht es jedoch auch darum, auf einem künftigen Milliardenmarkt mit eigenen Produkten vertreten zu sein.


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