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Niebel-Nachfolge: Lindner ist neuer FDP-Generalsekretär

Seit Dirk Niebel zum Bundesminister aufgestiegen ist, war der Posten des Generalsekretärs der FDP vakant. Nun hat Parteichef Guido Westerwelle Niebels Nachfolger präsentiert. Es ist der erst 30 Jahre alte Christian Lindner.

Der Bundestagsabgeordnete Christian Lindner ist neuer FDP-Generalsekretär. Auf Vorschlag von Parteichef Guido Westerwelle hat der Vorstand der Liberalen den erst 30 Jahre alten Nachwuchspolitiker am Montag einstimmig zum Nachfolger von Dirk Niebel gewählt. Lindner ist bereits seit 2004 FDP-Generalsekretär in Nordrhein-Westfalen. Diese Arbeit will er bis zum 14. März parallel zu seiner neuen Aufgabe fortsetzen. Unter seiner Federführung entsteht derzeit das Programm der Freien Demokraten für die Landtagswahl am 9. Mai.

"Man wird nur wenige finden, die sich in jungem Alter schon so bewährt haben", sagte Westerwelle. Lindner habe eine "frische, dynamische Art". Und er habe sein Vertrauen. "Man muss sich auf einen Generalsekretär in jeder Lage verlassen können", erklärte der Parteichef. Er nannte Lindner "eines der größten jungen Talente, die die FDP hat".

Lindner sagte, er übernehme "ein herausforderndes Amt in spannenden Zeiten". Er werde die FDP als eigenständige Gestaltungskraft in der Koalition präsentieren. Auch müsse das liberale Grundsatzprogramm von 1997 weiterentwickelt werden. Und nicht zuletzt werde er sich um die 73.000 FDP-Mitglieder kümmern. Der neue Generalsekretär übernimmt seinen Posten zunächst nur kommissarisch. Offiziell soll er vom Bundesparteitag Ende April in Bonn im Amt bestätigt werden.

Spitzenposten seit Wochen unbesetzt

Der Posten des Generalsekretärs war vakant, seit Dirk Niebel Ende Oktober Bundesentwicklungsminister wurde. Niebel nahm auch FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz als Staatssekretär mit ins Ministerium. Damit waren seit Wochen die beiden Spitzenposten in der Parteizentrale unbesetzt. Westerwelle sagte, Gabriele Renatus mache zunächst die Arbeit als stellvertretende Geschäftsführerin weiter. Er wolle nicht zu viele Posten auf einmal neu besetzen.

Lindner ist seit 1995 in der FDP. Im Jahr 2000 zog er in den Landtag von Nordrhein-Westfalen und nach der Wahl vom 27. September 2009 auf Platz 9 der Landesliste in den Bundestag ein. Die Fraktion hat ihn als energiepolitischen Sprecher benannt. In der Partei profilierte er sich zusammen mit dem heutigen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler mit einem "Freiheitsbuch" als Beitrag zur Wertediskussion. Lindner hat Politikwissenschaften, öffentliches Recht und der Philosophie studiert und arbeitet derzeit an seiner Dissertation.

AP/DPA / AP / DPA