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Niedersachsens Ministerpräsident: McAllister fremdelt mit Berliner Politikbetrieb

Die politische Kultur in der Hauptstadt findet David McAllister teilweise sonderbar, wie er in einem Interview sagte. Ebenso die Fixierung vieler Kollegen auf eine möglichst große Präsenz in den Medien finde er befremdlich.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister gilt auch bundesweit als großes Nachwuchstalent in der Union - mit manchen Gepflogenheiten des Berliner Politikbetriebs kann er sich aber noch nicht so recht anfreunden. "Dieses Durchstechen aus vertraulichen Sitzungen. Unterm Tisch SMS zu verschicken, das scheint Volkssport in Berlin zu sein", sagte der CDU-Politiker der Berliner "Tageszeitung" (Samstag). Die politische Kultur in der Hauptstadt finde er teilweise sonderbar - ebenso wie die Fixierung vieler Kollegen auf eine möglichst große Präsenz in den Medien. "Es geht manchen zu stark um sich. Die Kameras. Die Scheinwerfer. Man kann auch daran vorbeigehen", sagte McAllister dem Blatt.

Der 41-Jährige war nach eigenen Angaben bisher noch nie in größeren Fernseh-Talkshows zu Gast: "Ich gehe selten in Talkshows. Schon gar nicht am Sonntag. Mein Eindruck ist: Manche Dauergäste, die da Sonntagabend sitzen, haben kein Zuhause." Mitte März war McAllister jedoch im ZDF-Satireformat "Pelzig hält sich" zu Gast und stellte sich den bissigen Fragen von Moderator Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig. Er lege keinen allzu großen Wert darauf, ständig in den Boulevardmedien vorkommen, erklärte der niedersächsische Regierungschef: "Können wir McAllister mal hier anfüttern oder da anfüttern? Dafür hab ich keine Zeit."

hw/DPA / DPA