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Magna-Gründer will in die österreichische Politik: Stronach wettert gegen Angela Merkel

Mit seiner Firma verdiente er Millionen. Jetzt möchte der Auswanderer Frank Stronach in den Politikbetrieb seiner Heimat Österreich eingreifen. Ein Thema ist auch schon gefunden: Merkels Eurokurs.

Der Austro-Kanadier Frank Stronach hat seine neue Partei Team Stronach vorgestellt, mit der er im kommenden Jahr bei der österreichischen Parlamentswahl antreten will. Als programmatische Schwerpunkte nannte er in Wien eine radikale Umstrukturierung der Eurozone und einen entschiedenen Kurs gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Entweder ist sie so dumm oder sie spielt bei den Banken mit", sagte der Gründer und frühere Chef des kanadisch-österreichischen Autozulieferkonzerns Magna über den Umgang der Kanzlerin mit der Euro-Krise.

Der millionenschwere Industrielle und Euroskeptiker sagte, die Eurozone funktioniere in ihrer derzeitigen Form nicht. Zwar sei sein Parteiprogramm noch nicht vollständig ausgearbeitet, "eine Lösung" könne aber sein, dass die 17 Eurostaaten zwar den Euro behielten, sich der Wert der Währung jedoch von Land zu Land unterscheide. "Ich bin für ein starkes Europa", sagte der 80-Jährige auf Deutsch mit starkem kanadischen Akzent. Die Einheitswährung lehne er jedoch ab. "Schulden sind schlecht", sagte Stronach. Jeder Bauer wisse, dass er, wenn er mehr ausgebe als er einnehme, seinen Bauernhof verlieren werde.

Das Parteiprogramm von Team Stronach soll nach Angaben des Parteigründers Anfang April vorliegen. Bereits jetzt kündigte Stronach jedoch an, Bürokratie abbauen und Steuern senken zu wollen. Umfragen zufolge könnte Team Stronach bei der Wahl zwischen zehn und zwölf Prozent erzielen und damit deutlich die Vier-Prozent-Hürde schaffen. In einer von der Zeitung "Der Standard" veröffentlichten Umfrage gaben 40 Prozent der Befragten an, sich die Partei in der Regierung zu wünschen.

Stronach war jüngst nach fast 60 Jahren in Kanada in seine Heimat Österreich zurückgekehrt. Der 80-Jährige versuchte sich bereits 1988 als Kandidat der Liberalen Partei in der kanadischen Provinz Ontario, unterlag damals jedoch seinem konservativen Kontrahenten.

ono/AFP / AFP