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Nikolaus Fest Ex-"Bild am Sonntag"-Vize tritt AfD bei und poltert gegen den Islam

Der ehemalige "BamS"-Vize Nikolaus Fest ist jetzt bei der Berliner AfD
Der ehemalige "BamS"-Vize Nikolaus Fest ist jetzt bei der Berliner AfD
© AfD Berlin
Nikolaus Fest ist der Berliner AfD beigetreten. Der Ex-"Bild"-Mann geriet 2014 mit einem islamfeindlichen Kommentar in die Kritik. In seiner neuen Partei kann er sich in der Hinsicht nun mächtig austoben - und legt gleich los.

Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur der "Bild am Sonntag" (BamS), Nikolaus Fest, tritt der Berliner AfD bei. Das gab die Partei am Donnerstag bekannt. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet. Fest hatte im Juli 2014 einen islamkritischen Kommentar in der BamS verfasst, der schwer kritisiert wurde und dem Blatt eine Rüge vom Presserat einbrachte.

Darin hatte er den Islam generell als "Integrationshindernis" bezeichnet. "Der Islam stört mich immer mehr. Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle", hatte Fest geschrieben. "Ich brauche keinen importierten Rassismus, und wofür der Islam sonst noch steht, brauche ich auch nicht."

Die Chefredakteurin und der Herausgeber hatten sich daraufhin von dem Inhalt distanziert und eine mehrseitige Entschuldigung drucken lassen. Kurz darauf verließ Fest das Blatt und arbeitete seitdem als freier Publizist. Dem Verlag zufolge geschah die Trennung auf Wunsch Fests und stand in keinem Zusammenhang mit dem Text. Laut Pressemitteilung der Berliner AfD ging Fest damals "im Streit um einen islamkritischen Kommentar".

Nikolaus Fest begründet AfD-Beitritt in Video

Nun tritt der 1962 geborene Sohn des früheren FAZ-Herausgebers Joachim Fest der Berliner AfD bei und erklärt seine Gründe in einem fünfminütigen Youtube-Video. Er mache sich "Sorgen um dieses Land", weil derzeit "faktisch keine Opposition" im Parlament sei. Die Rechtsstaatlichkeit schwinde immer mehr und man müsse "den Anfängen wehren". Den Islam bezeichnet Fest als eine "totalitäre Bedrohung" und vergleicht die Situation mit der Vorzeit des Nazi-Regimes.

Er zeichnet ein düsteres Bild von Deutschland und spricht von "islamischen Anschlägen" (nicht islamistischen), "Ausnahmezuständen in Schwimmbädern" und davon, dass "Frauen in vielen Städten nicht mehr sicher" seien. Hinter all diesem Übel stecke der selbe Hintergrund, so Fest: "Der Islam". Besonders skurril: Fest behauptet auch, Schwule würden durch den Islam drangsaliert. Dass viele Politiker seiner neuen Partei immer wieder mit homofeindlichen Aussagen auffallen, scheint er auszublenden. 

Zu guter Letzt widmet sich Fest noch Kanzlerin und Vize-Kanzler: Angela Merkel schaue immer mürrischer und Sigmar Gabriel denunziere Demonstranten als Pack. Das störe ihn, als Freund des guten Stils. Bei der AfD sei man viel fröhlicher.

Auf der Pressekonferenz zu seinem Parteibeitritt forderte Fest laut "n-tv.de", dass Moscheen in Deutschland geschlossen werden müssten: "Genauso wie ich Hakenkreuze oder andere Symbole der Nazis nicht im öffentlichen (...) Raum sehen will, möchte ich Symbole hier sehen, die für eine andere totalitäre Ideologie stehen."

fin

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