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Razzia in Rotterdam: Terrorverdacht - 12 Somalier verhaftet

Im niederländischen Rotterdam sind 12 Somalier festgenommen worden. Sie planten laut Geheimdienst ein Attentat - ihr Ziel könnte Islamkritiker Geert Wilders gewesen sein.

Terroralarm am Heiligen Abend in Holland: Fahnder haben in Rotterdam zwölf Somalier festgenommen. Die Männer im Alter zwischen 19 und 48 hätten nach geheimdienstlichen Erkenntnissen einen Anschlag vorbereitet, der kurz bevorgestanden habe, erklärte die Staatsanwaltschaft am ersten Weihnachtstag. Fanatiker rufen seit langem zu Gewalttaten in Holland als Rache für anti-islamische Ausfälle des Rechtspopulisten Geert Wilders auf. Der forderte Samstag ein "knallhartes" Vorgehen des Westens gegen Islamisten.

Bei der Anti-Terroraktion hätten Beamte einer Spezialtruppe auch vier Wohnungen sowie zwei Hotelzimmer und einen Telefonshop durchsucht. Dabei seien aber weder Waffen noch Sprengstoff gefunden worden, räumte ein Behördensprecher ein. Die offizielle Terrorwarnung für die Niederlande, die seit längerem auf "begrenzt" und damit auf der zweiten von vier Stufen steht, wurde nicht erhöht.

Erinnerungen an Theo van Gogh

Der Geheimdienst AIVD hatte bereits im vergangenen Jahr gewarnt, von extremistischen Gruppen in Somalia sowie im Jemen gingen Gefahren für die Niederlande aus. Im September hatten niederländische Medien über Aufrufe eines Hasspredigers berichtet, Wilders zu enthaupten. Der Politiker erklärte am Samstag, die Festnahmen in Rotterdam zeigten "die enorme Verwundbarkeit der Niederlande und des gesamten freien Westens" durch den Terrorismus. "Wir dürfen das nicht bagatellisieren, sondern müssen mit allen verfügbaren Mitteln knallhart dagegen vorgehen."

Der Chef der rechtspopulistischen Partei für Freiheit (PVV), die indirekt an der Regierung in Den Haag beteiligt ist, hat immer wieder Muslime in aller Welt provoziert. Mehrfach verglich er den Koran öffentlich mit Hitlers "Mein Kampf", beschimpfte den Islam als "faschistische Ideologie" und dessen Propheten als "Barbaren, Massenmörder und Pädophilen". Die jetzigen Verhaftungen weckten in den Niederlanden Erinnerungen an die brutale Ermordung des islamkritischen Regisseurs Theo van Gogh geweckt. Er war am 2. November 2004 in Amsterdam von einem niederländischen Muslimfanatiker niedergeschossen worden.

lk/AFP/dpa