VG-Wort Pixel

Spezialeinheit wird umgebaut SEK Frankfurt wird nach Bekanntwerden rechtsextremer Polizistenchats aufgelöst

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Frankfurter Polizei stehen an einem Einsatzort im Osten der Stadt
Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Frankfurter Polizei stehen an einem Einsatzort im Osten der Stadt. Angesichts der Ermittlungen wegen rechsextremer Äußerungen von Polizisten in Chatgruppen wird das Spezialeinsatzkommando (SEK) des Frankfurter Polizeipräsidiums aufgelöst. 
© Boris Roessler / DPA
Hessens Innenminister Beuth greift nach den rechtsextremen Chats in den Reihen des SEK durch. Die Spezialeinheit wird grundlegend umgebaut.

Angesichts der Ermittlungen wegen rechtsextremer Äußerungen von Polizisten in Chatgruppen wird das Spezialeinsatzkommando (SEK) des Frankfurter Polizeipräsidiums aufgelöst. Das teilte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden mit. Das "inakzeptable Fehlverhalten" mehrerer Mitarbeiter mache die Auflösung "unumgänglich". 

Ermittlungen gegen 20 Personen

Die aufgedeckten Chats seien "völlig inakzeptabel", sagte Beuth. Sie ließen bei einigen Mitgliedern auf eine "abgestumpfte Haltung und rechtsextrem Gesinnung schließen". Die in der Vergangenheit angemahnte Fehlerkultur habe in Teilen des Frankfurter SEK "vollkommen versagt". Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill hatte als Reaktion auf die Ermittlungen am Mittwoch angekündigt, dass SEK umstrukturieren und neu organisieren zu wollen.

Ermittelt wird gegen insgesamt 19 Beamte im aktiven Dienst und einen ehemaligen Polizisten des SEK. 17 von ihnen sollen untereinander Beiträge mit volksverhetzenden Inhalten beziehungsweise Abbildungen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation geteilt haben. Drei der Beschuldigten sind Vorgesetzte, die nicht eingeschritten sein sollen. 

SEK soll umstrukturiert werden

"Wir stoßen heute einen fundamentalen Neustart für das SEK an", erklärte der Innenminister. Es werde beim Spezialeinsatzkommando einen grundlegenden organisatorischen Umbau geben. Zudem müsse dort eine gänzlich neue Führungskultur auf den unteren und mittleren Vorgesetzten-Ebenen geschaffen werden. "Natürlich sind unsere Spezialkräfte auch in Zukunft unverzichtbar, aber die Rahmenbedingungen werden andere sein", sagte Beuth. Ein Expertenstab solle die Neustrukturierung des SEK organisieren.

Die Chats stammen nach Angaben des Innenministers überwiegend aus den Jahren 2016 und 2017. Einige Text- oder Bildnachrichten in den Chats legten den Verdacht einer rechtsextremen Gesinnung einiger Mitglieder des SEK Frankfurt nahe.

rw DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker