HOME

Reformkritiker in der SPD: Schreiner verweigert Lafontaine Gefolgschaft

Er gilt als einer der schärfsten Kritiker der Regierung Schröder. Jetzt schien es so, als würde der linke Abgeordnete Otmar Schreiner dem Beispiel Oskar Lafontaines folgen und die Partei verlassen - aber Schreiner bleibt der SPD treu.

Der SPD-Linke Ottmar Schreiner bleibt nach Informationen des Saarländischen Rundfunks Sozialdemokrat. Der 59-jährige Bundestagsabgeordnete entschied sich dagegen, dem Beispiel des früheren SPD-Chefs Oskar Lafontaine zu folgen und aus der Partei auszutreten, wie der Sender am Mittwoch in Saarbrücken berichtete. Offiziell mitteilen wolle Schreiner seinen Entschluss am Mittwochabend bei einer Sitzung des saarländischen SPD-Landesvorstands.

Schreiners Entscheidung hat Signalwirkung

Für die SPD-Spitze ist Schreiners Entscheidung wichtig, weil sie dem Anschein entgegenwirkt, die Partei löse sich am linken Rand auf. Schreiners Bekenntnis zur SPD dürfte dabei für die internen Befindlichkeiten wichtiger sein als der Abgang des ehemaligen Parteichefs Oskar Lafontaine. Schreiner gilt als glaubwürdiger, überzeugter Kritiker der Agenda 2010, Lafontaines Ruf war partei-intern schon vor seinem Abtritt erheblich beschädigt. Der Generalsekretär der Saar-SPD, Reinhold Jost, sagte dem SR, Schreiner werde gebraucht. Und man sei sehr erleichtert, dass er sich dazu entschlossen habe, in der SPD für seine Politik weiter zu kämpfen.

Linke Parlamentarier wollen in der SPD kämpfen

Zuvor hatten bereits andere Abgeordnete vom linken SPD-Flügel einen Parteiaustritt ausgeschlossen. "Ich kämpfe innerhalb der SPD für einen Politikwechsel", sagte Sigrid Skarpelis-Sperk der "Berliner Zeitung". Auch die Abgeordneten Horst Schmidbauer, Klaus Barthel und Fritz Schösser erklärten, weder würden sie selbst die SPD-Fraktion verlassen noch seien ihnen Abgeordnete bekannt, die sich mit solchen Plänen trügen.

AP / AP