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Landtagswahl kompakt Das müssen Sie zur Sachsen-Anhalt-Wahl wissen

Vollbart statt Hitlerbärtchen: Landespolitikerin erzählt, wie sie mit Hass umgeht
Sehen Sie im Video: Vollbart statt Hitlerbärtchen: Landespolitikerin erzählt, wie sie mit Hass im Wahlkampf umgeht.
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Dreieinhalb Monate vor der Bundestagswahl wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Der letzte Stimmungstest vor der Entscheidung im Bund wird mit großem Interesse beobachtet. Der kompakte Überblick.

Sachsen-Anhalt wählt nach fünf Jahren einen neuen Landtag. Weil es der letzte Stimmungstest vor den Bundestagswahlen Ende September ist, schauen Wähler, Parteien und Kanzlerkandidat:innen besonders aufmerksam nach Magdeburg.

Die wichtigsten Informationen zur Wahl im Überblick.

Die Fakten

Rund 2,2 Millionen Menschen leben in Sachsen-Anhalt, knapp 1,8 Millionen Sachsen-Anhalter sind zur Wahl am 6. Juni aufgerufen. Insgesamt stellen sich 449 Kandidatinnen und Kandidaten von 22 Parteien zur Wahl, verteilt auf 41 Wahlkreise.

Das Wahlrecht

Die Wähler müssen zwei Kreuze machen: Eines für den Direktkandidaten ihres Wahlkreises und eines für die Landesliste einer Partei. Jeder der 41 Wahlkreise wird im neuen Magdeburger Landtag dann von dem Direktkandidaten mit den meisten Stimmen vertreten. Weitere mindestens 42 Abgeordnete kommen darüber hinaus über die Landeslisten ins Parlament – sofern ihre Partei mehr als fünf Prozent der Zweitstimmen erreicht hat. Wählen darf man in Sachsen-Anhalt ab 18.

Die Briefwahl

Trotz rückläufiger Infektionszahlen rechnet das Land mit einem deutlichen Zuwachs der Briefwahl-Stimmen. Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im März hatten zwei von drei Wählern per Brief gewählt. Auch in Sachsen-Anhalt sind die ersten Briefwahlunterlagen längst verschickt worden. Bei der Landtagswahl 2016 hatten sich in Sachsen-Anhalt nur 13,7 Prozent für die Briefwahl entschieden.

Die Ausgangslage

Seit fünf Jahren regiert in Sachsen-Anhalt Deutschlands erste Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen. Das Bündnis hat 46 der 87 Sitze des Magdeburger Landtags. Oppositionsführerin ist die AfD mit 21 Mandaten, gefolgt von der Linken mit 16. Die CDU war bei der Wahl 2016 auf 29,8 Prozent gerutscht, die AfD hatte mitten in der Flüchtlingskrise mit 24,3 Prozent ihr bundesweit bislang zweitbestes Ergebnis errungen. Die übrigen Ergebnisse von damals: Linke 16,3, SPD 10,6, Grüne 5,2. Die FDP ist mit 4,9 Prozent nicht im Landtag.

Das Personal

Für die CDU geht zum dritten Mal Ministerpräsident Reiner Haseloff ins Rennen. Die weiteren Landtagsparteien schicken ihre Fraktionschefs auf Listenplatz eins ins Rennen: Oliver Kirchner bei der AfD, Eva von Angern bei der Linken, Katja Pähle bei der SPD und Cornelia Lüddemann bei den Grünen. FDP-Spitzenkandidatin ist die frühere Landtagsabgeordnete Lydia Hüskens.

Die Wahlkampfthemen

Die Corona-Krise überschattete auch den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt, nur wenige Themen finden daneben wirklich Gehör. Für Aufmerksamkeit sorgte unter anderem eine Kampagne der Linken, die die Benachteiligung Ostdeutscher auf dem Arbeitsmarkt anprangerte. Die Regierungsparteien werben mit den Erfolgen ihrer Arbeit.

Mögliche Koalitionen

Nach derzeitigen Umfragen käme das Kenia-Bündnis wieder auf eine Mehrheit. Dieselben Umfragen schreiben der FDP gute Chancen zu, nach zehn Jahren in den Magdeburger Landtag zurückzukehren. Die Liberalen könnten somit für Haseloff ein alternativer Koalitionspartner sein – oder als vierte Kraft in die Koalition kommen, sollte die ihre Mehrheit verlieren. Die jüngsten Umfragen prognostizieren einen Zweikampf zwischen CDU (25 bis 30 Prozent) und AfD (23 bis 26 Prozent), in den meisten Befragungen lag die CDU aber vorn, zuletzt auch deutlich. Allerdings soll rund ein Drittel der Wähler noch unentschieden sein, heißt es. Die SPD verharrt in den Befragungen auf ihrem bisherigen Niveau knapp über 10 Prozent, die Grünen legen dort auf 9 bis 11 Prozent zu, die FDP auf etwa 8, die Linke rutscht weiter auf 11 bis 13 Prozent. Dass Haseloff sein Amt verliert, ist demnach ausgesprochen unwahrscheinlich, weil die AfD keine Koalitionspartner hätte.

dho DPA

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