2011: Das Kretschmann-Trauma
Der Machtwechsel von 2011 sollte den Beginn der Ära Winfried Kretschmanns markieren und die im Ländle erfolgsverwöhnte CDU schwer traumatisieren: Hier hatte man schließlich seit 1953 regiert. Dann kam Kretschmann – oder lags doch am eigenen Spitzenkandidaten Stefan Mappus?
Mappus war damals zwar Ministerpräsident, aber ohne nennenswerten Amtsbonus: Er hatte Günther Oettinger ersetzt, der nach Brüssel gewechselt war. Mappus‘ Amtszeit dauerte insgesamt nur 15 Monate – und war geprägt von Krisen: Ende 2010 ließ er den Widerstand gegen Stuttgart 21 "niederregnen", wie es im Polizeijargon heißt: Am „Schwarzen Donnerstag“ wurden im Schlossgarten Wasserwerfer gegen Demonstrierende eingesetzt, Bilder von blutenden Schülern und Rentnern brannten sich ins kollektive Gedächtnis. Als es im März 2011 zum Reaktorunglück im japanischen Fukushima kam, kippte die Stimmung endgültig.
Der Atomkraft-Freund Mappus wirkt plötzlich wie ein Politiker von gestern, während Kretschmann – seit Jahren ein Anti-Atom-Mann und Kind der Bürgerproteste – zur Projektionsfläche wird. Seine Grünen legen bei der Wahl um 12,5 Prozent zu. Zwar liegt die CDU – trotz Verlusten – mit 39 Prozent immer noch deutlich auf dem ersten Platz. Aber auch mit Hilfe der SPD wird Kretschmann zum ersten grünen Ministerpräsidenten der Republik (und bleibt es die nächsten 15 Jahre).
Mappus war damals zwar Ministerpräsident, aber ohne nennenswerten Amtsbonus: Er hatte Günther Oettinger ersetzt, der nach Brüssel gewechselt war. Mappus‘ Amtszeit dauerte insgesamt nur 15 Monate – und war geprägt von Krisen: Ende 2010 ließ er den Widerstand gegen Stuttgart 21 "niederregnen", wie es im Polizeijargon heißt: Am „Schwarzen Donnerstag“ wurden im Schlossgarten Wasserwerfer gegen Demonstrierende eingesetzt, Bilder von blutenden Schülern und Rentnern brannten sich ins kollektive Gedächtnis. Als es im März 2011 zum Reaktorunglück im japanischen Fukushima kam, kippte die Stimmung endgültig.
Der Atomkraft-Freund Mappus wirkt plötzlich wie ein Politiker von gestern, während Kretschmann – seit Jahren ein Anti-Atom-Mann und Kind der Bürgerproteste – zur Projektionsfläche wird. Seine Grünen legen bei der Wahl um 12,5 Prozent zu. Zwar liegt die CDU – trotz Verlusten – mit 39 Prozent immer noch deutlich auf dem ersten Platz. Aber auch mit Hilfe der SPD wird Kretschmann zum ersten grünen Ministerpräsidenten der Republik (und bleibt es die nächsten 15 Jahre).
© Peter Kneffel