2017: Der „Schulz-Effekt“ verpufft
Zwischen Angela Merkel und Martin Schulz lagen einst politische Welten: Ende 2016 dümpelte die SPD bei gut 20 Prozent, Merkels Union schien uneinholbar. Dann der „Schulz‑Effekt“: Nach seiner Kür zum Kanzlerkandidaten (mit 100 Prozent Zustimmung) schoss die SPD zeitweise auf 31 bis 32 Umfrageprozent, lag in mancher Erhebung sogar vor der Union. Doch der Aufbruch kippte in eine herbe Enttäuschung. Vage Gerechtigkeitsrhetorik, keine klare Strategie, drei verlorene Landtagswahlen für die SPD – während Merkels Vorsprung zuverlässig wuchs. Am Wahlabend landete die SPD bei 20,5 Prozent, dem bis dahin schlechtesten Ergebnis seit 1949.
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