Schwarz-Grün in Hamburg Grüne verhöhnen die Brautschau der CDU


Am 24. Februar wird in Hamburg gewählt. Die CDU kann laut Umfragen ihre absolute Mehrheit vergessen. Bürgermeister Ole von Beust brachte am Wochenende als Koalitionspartner die Grünen ins Spiel und erntete darauf zum Teil heftige Reaktionen.

Die Grünen erteilen der CDU in Hamburg eine Abfuhr für eine schwarz-grüne Koalition nach der Bürgerschaftswahl am 24. Februar. "Wir setzen auf eine klare rot-grüne Mehrheit", sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, der "Frankfurter Rundschau" vom Montag. "Offenbar liegen bei der CDU zum Auftakt der Wahlkämpfe die Nerven blank." In Hessen greife Ministerpräsident Roland Koch (CDU) aus Verzweiflung zu unhaltbarem Populismus, "im Norden sieht Ole von Beust schon die Felle der CDU im Elbwasser davon schwimmen".

Ähnlich äußerte sich auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin: "Es ist von Beust, der vor dem Verlust seiner absoluten Mehrheit steht. Es zeichnet sich ab, dass er von Rot-Grün abgewählt wird", sagte er den "Stuttgarter Nachrichten" vom Montag. "Da zeigt er sich halt offen, so wie er sich auch schon gegenüber dem Rechtspopulisten Ronald Schill offen gezeigt hatte. Wem alle Felle davonschwimmen, der schreckt vor nichts zurück."

Avancen sind ein Eingeständnis von Schwäche

Die Spitzenkandidatin der Grünen in Hamburg (GAL), Christa Goetsch sagte der Financial Times Deutschland am Wochenende, die Avancen der CDU seien ein "Eingeständnis der Schwäche". Sie wolle sich nicht an "Farbenspielen" beteiligen. "Wir wollen Rot-Grün, und alles Weitere wird nach den Wahlen am 24. Februar besprochen." Wenn die CDU dann allerdings Gespräche anbiete, "lehnen wir die nicht ab".

Beust hatte am Freitag auf der CDU-Vorstandsklausur in Wiesbaden angesichts des drohenden Verlustes seiner absoluten Mehrheit bei der Hamburg-Wahl am 24. Februar deutlich gemacht, dass er ein Bündnis mit den Grünen (GAL) für möglich hält. "Ausschließen tue ich nichts", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Die Bedingungen müssen stimmen." Hamburgs CDU- Landeschef Michael Freytag bezeichnete Schwarz-Grün sogar als "erste Option", falls die CDU die absolute Mehrheit verlieren sollte. "Grüne Realos sind mir lieber als eine verkrustete SPD", sagte er der "Financial Times Deutschland" vom Montag. Es wäre das erste Bündnis dieser Art auf Bundesebene. Laut einer Emnid-Umfrage steht die CDU in Hamburg bei den Wahlen vor dem Verlust ihrer absoluten Mehrheit. Danach kommt sie auf 42 Prozent der Stimmen. Selbst mit der FDP, die bei fünf Prozent liegt, hätte sie keine Mehrheit. Die SPD erreicht laut Emnid 31 Prozent, die Grünen liegen bei 13 Prozent, die Linkspartei kommt auf sieben Prozent.

ThoG/DPA DPA

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