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Verfassungsreform in der Türkei: So viele Deutschtürken haben schon über das Referendum abgestimmt

Die Zahl der türkischen Staatsbürger in Deutschland ist hoch. Viele von ihnen leben schon seit Jahrzehnten hier, trotzdem wollen sie bei der Politik ihrer Heimat nicht nur zusehen. Das zeigte nun auch die hohe Wahlbeteiligung beim Referendum. 

Eine junge Frau gibt in einem Wahlbüro in Warschau, Polen, ihren Stimmzettel zum Referendum der Türkei ab

Eine junge Frau im Wahlbüro in Warschau: Türkische Staatsbürger in der ganzen Welt gaben am Wochenende ihre Stimmen ab und beteiligten sich am Referendum der Türkei.

Am kommenden Sonntag ist es soweit: In der Türkei findet das Referendum statt, dessen Ausgang endgültig über die umstrittene Verfassungsänderung entscheidet. Bis zum gestrigen Sonntag konnten türkische Staatsbürger im Ausland abstimmen, lange Schlangen bildeten sich am Abend in den deutschen Wahlbüros. An den Grenzübergängen können Auslandstürken noch bis zum Tag des Referendums wählen.

Bis zum Sonntagabend gaben 48,73 Prozent der in Deutschland registrierten türkischen Wähler ihre Stimme ab, wie die Wahlkommission auf dpa-Anfrage mitteilte.

Umfragen zur Referendum-Wahl sind unzuverlässig

"Bei den letzten Wahlen 2015 lag die Wahlbeteiligung bei etwa 40 Prozent", sagte Atila Karabörklü, Vizechef der Türkischen Gemeinde in Deutschland, am Montag im RBB-Inforadio. "Dieses Mal scheint es so, dass wir 50 Prozent erreichen werden."

Karabörklü rechnet damit, dass die Türken die Verfassungsreform mehrheitlich ablehnen. "In den Umfragen äußern sich viele Menschen nicht mutig und halten sich zurück, weil sie Angst haben und der Druck enorm ist", sagt er. "Deswegen sind die Umfragen aus meiner Sicht nicht so zuverlässig." Was die Stimmen der Türken in Deutschland angeht, erwartet Karabörklü, dass Befürworter und Gegner etwa gleichauf liegen - "vielleicht mit ein bisschen mehr für Ja."


sve / DPA / AFP