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Berlin³: Lafontaine-Idee: Von wegen Fusion von SPD und Linke: Gründet Euch neu, Genossen!

Oskar Lafontaine will SPD und Linke vor dem Untergang retten, indem er sie zu einer Partei zusammen zwingt. Prima Idee, funktioniert nur nicht. Die SPD sollte sich lieber auflösen und neu gründen.

Kolumne Berlin hoch 3 - Oscar Lafontaine zur Fusion von SPD und Linke

Will SPD und Linke zu einer Partei vereinigen: Linken-Politiker und Ex-SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine

DPA

Es gibt Witze, die sind so schlecht, dass man schon wieder lauthals loswiehern möchte. Ein aktueller Witz aus dieser Kategorie geht so: Oskar Lafontaine will die Linke und die SPD vereinigen, um sie vor dem Untergang zu bewahren.

Und jetzt bitte alle so: Waahhhaaaahhaa!

Sehr lustig ist schon mal, dass ausgerechnet Oskar Lafontaine mit diesem nur auf den ersten Blick nahe liegenden Gedanken um die Ecke biegt. Okay, bislang hat er sich selbst dazu nicht eingelassen, die Meldungen verweisen auf sein "Umfeld". Aber zuzutrauen ist es ihm allemal. Es wäre der Schlusspunkt unter sein historisches Zerstörungswerk.

Oskar Lafontaine: SPD genüsslich skelettiert

Lafontaine hat die SPD erst – im Verbund mit Schröder  – wieder an die Regierung geführt, danach – erst quasi solo, dann unter sehr tätiger Mithilfe mehrerer sozialdemokratischer Führungen – genüsslich skelettiert. Mehr als ein trauriges Gerippe ist nicht mehr übrig von der SPD. Das Irre ist: Der vom SPD-Flüchtling Lafontaine mitgegründeten und lange geführten Linken hat es nichts genutzt. Sie siecht ebenso spindelig vor sich hin.

Als politischer Totengräber ist Oskar Lafontaine eine Größe für sich. Offenbar plant er gerade, sein tiefstes Grab zu schaufeln – und darin zwei Parteien auf einmal zu versenken.

Deutschland könnte starke Linke gut gebrauchen

Dabei könnte Deutschland eine starke linke Partei gut gebrauchen, gerade in diesen Zeiten. Leider wird diese Partei nicht durch eine Fusion von SPD und Linke entstehen. In Umfragen bringen es SPD und Linke momentan getrennt zusammengerechnet auf maximal 20 Prozent. Die Prognose sei gewagt: Vereint oder wie immer man das nennen mag, würden es schnell sehr viel weniger. Der Weg zur Splitterpartei wäre deutlich kürzer als der ins Kanzleramt.

Zwei in jeweils mindestens zwei Flügel gespaltene Parteien tun sich zusammen – ei, das wird wirklich lustig, allerdings nur für die "heute show". Mag schon sein: Bodo Ramelow oder Dietmar Bartsch gäben auch ganz gute Sozialdemokraten ab, und am marginalisierten linken Rand der SPD gibt es auch ein paar, die keine große Assimilierungsprobleme mit Lafontaines Truppe hätten. Aber der große Rest passt ungefähr so gut zusammen wie Queen Mum und Kim Kardashian. Es würde keine zwei Tage dauern, bis es nach einem, nun ja: Vereinigungsparteitag die ersten Abspaltungen gäbe. Eher schon davor. Wenn Linke etwas eint, dann die Neigung zum Hundertprozentismus. Am liebsten wäre jeder seine eigene Partei. Proletarier aller Fraktionen, spaltet Euch!

Ganz so dreckig geht's der SPD noch nicht

Ja, es stimmt, der SPD geht es dreckig, aber so dreckig, dass sie sich auf ihre ganz alten Tage unter Lafontaines dornige Decken flüchten und den letzten Rest Würde dahinfahren lassen müsste, ganz so erbärmlich geht es ihr hoffentlich nie. Da sollten die Genossen, jedenfalls die in der SPD verbliebenen, doch besser einen Vorschlag aufgreifen, den der junge Sozialdemokrat Felix Dachsel nach der "verschulzten" Bundestagswahl in der "Zeit" gemacht hat: Auflösen und neu gründen.

Klang schon damals, im September 2017, nach gar keinem soo schlechten Witz und klingt heute, keine zwei Jahre danach, praktisch von Wahlniederlage zu Umfragedesaster immer plausibler. Wenn die SPD wirklich nicht mehr weiß, wohin sie will, wofür und für wen sie da ist – dann muss sie das völlig neu definieren. Und zwar so, dass danach, wenigstens mal für ein paar Jahre, Schluss ist mit allen Richtungsstreitereien. Wer mitmachen will, ist willkommen. Alte wie neue Mitglieder. Es werden wahrscheinlich keine halbe Million mehr sein. Aber wahrscheinlich sind sie glücklicher als die Sozialdemokraten von heute. Und erfolgreicher. Wie sagte doch ein ehemaliger Vorsitzender so schön: Nur wer von sich selbst begeistert ist, kann auch andere begeistern.

Neue Partei muss ja nicht PDS heißen

Und ja: Auch Oskar Lafontaine kann dann gerne beitreten. Die neue Partei muss sich ja nicht gleich PDS nennen. Und falls doch: Die paar schlechten Witze – von wegen SPD-Nachfolgepartei - wird sie aushalten können.

Video: Ex-SPD-Chef Gabriel sieht Existenz der Partei gefährdet
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(