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Startbahn-Streit: Airbus kann in Hamburg abheben

Die umstrittene Verlängerung der Startbahn am Hamburger Airbus-Werk kann laut Medienberichten gebaut werden. Ein Obstbauer in Neuenfelde habe vier Grundstücke an die Stadt verkauft.

Nur die Grundstücke des Obstbauern lägen direkt auf der Trasse für die geplante Startbahnverlängerung. Ein Grundstück der Neuenfelder Kirchengemeinde und vier Flurstücke eines Hamburger Feuerwehrbeamten würden nicht mehr benötigt. Sie lägen am Rande der Trasse, die nun umgeplant werden könne.

Ein Sprecher der Hamburger Wirtschaftsbehörde bestätigte den Grundstücksverkauf, wollte sich aber zu den Konsequenzen für die Startbahnverlängerung nicht äußern. "Am Wochenende hat es einen weiteren Verkauf gegeben", sagte der Sprecher lediglich und verwies auf weitere Informationen des Senats dazu am Montag.

Airbus fordert die Verlängerung der Startbahn um 589 Meter als Voraussetzung dafür, dass das neue Großraumflugzeug A380 in Hamburg ausgeliefert werden kann. Für das Projekt A380 sind nach Airbus-Angaben schon 1700 der insgesamt in Aussicht gestellten 2000 Arbeitsplätze geschaffen worden. Wegen des Streits hat Airbus den für Hamburg vorgesehenen Teil der Auslieferungen des A380 vorübergehend nach Toulouse verlagert. Ob dies angesichts der kurzfristigen Lösung noch nötig ist und die Entscheidung revidiert wird, war zunächst nicht zu erfahren.

Enteignungsverfahren nicht mehr notwendig

Der A380 wird an mehreren Standorten gebaut. Am Airbus-Hauptsitz im französischen Toulouse sollen die Hauptarbeiten erledigt werden. Für die Erweiterung des Werksgeländes in Hamburg-Finkenwerder war das Naturschutzgebiet Mühlenberger Loch zum Teil zugeschüttet worden.

Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hatte im August den Baustopp für die Bahnverlängerung vorerst bestätigt und die Enteignung von Grundstückseigentümern auf der geplanten Trasse für Unrecht erklärt. Die endgültige Entscheidung im Klageverfahren der Grundstückseigentümer gegen den Planfeststellungsbeschluss steht noch aus. Daraufhin hatten Ende November die Gegner der Startbahnverlängerung die über einen Vermittler geführten Gespräche über Grundstücksverkäufe abgebrochen und auf eine gerichtliche Klärung gepocht. Der Vorstand der Kirchengemeinde St. Pankratius hatte argumentiert, das Vorhaben zur Startbahn-Verlängerung sei durch den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts "nicht gemeinnützig, sondern rechtswidrig". Daraufhin hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) angekündigt, die Stadt werde parallel zu weiteren Bemühungen um einen Kompromiss mit den Grundstückseignern die Voraussetzungen für eine Enteignung schaffen.

Neben Airbus, Senat und Bundesregierung hatte auch die Spitze der Nordelbischen Kirche verärgert auf das Verhalten der Neuenfelder Kirchengemeinde reagiert. Bischöfin Maria Jepsen warf dem Kirchenvorstand vor, dieser haben seinen Entscheidungsfreiraum nicht ausreichend genutzt, um eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen.

Reuters