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Die AfD im Sinkflug

Seit Wochen verliert die AfD Wählerstimmen. Mittlerweile kommt sie nicht mehr auf 12, sondern nur noch auf acht Prozent. Das hat nach Einschätzung von Forsa Chef-Manfred Güllner gleich drei Gründe.

Albrecht Glaser und Frauke Petry: Die Wähler kehren der AfD den Rücken.

Albrecht Glaser und Frauke Petry: Die Wähler kehren der AfD den Rücken.

Die Sozialdemokraten richten sich über der 30-Prozent-Marke ein: Im stern-RTL-Wahltrend behauptet die SPD weiterhin ihre 31 Prozent aus den beiden Vorwochen, rangiert damit aber immer noch drei Prozentpunkte hinter der Union aus CDU und CSU, die unverändert auf 34 Prozent kommt. Die Linke bleibt bei 8 Prozent, die Grünen stagnieren bei 7 Prozent. Einen weiteren Punkt büßt die ein, die nun mit 8 Prozent ihren niedrigsten Wert seit sieben Monaten hat. Die FDP konnte im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zulegen auf jetzt 6 Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen 6 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt aktuell 23 Prozent, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. Damit würden sich derzeit weit mehr Wahlberechtigte an der Bundestagswahl beteiligen als 2013 – damals verweigerten noch 28,5 Prozent den Urnengang.

Dass die AfD in den vergangenen vier Wochen kontinuierlich an Zustimmung verloren hat und ihr Präferenzwert von 12 auf 8 Prozent gesunken ist, begründet Forsa-Chef Manfred Güllner so: "Mit ihrem Wählerfänger-Thema Flüchtlingskrise kann die AfD momentan kaum punkten, und die chaotische Amtsführung von US-Präsident Donald Trump, den man zunächst noch feierte, beunruhigt jetzt eher angesichts der Krisenherde in aller Welt." Aber auch die undurchsichtigen innerparteilichen Auseinandersetzungen trügen zum Wählerschwund bei. "Zudem sind die wenigen gemäßigten AfD-Anhänger zur SPD abgewandert, weil deren Kanzlerkandidat Martin Schulz zugetraut wird, die ihnen so verhasste Angela Merkel abzulösen."

Kanzlerpräferenz: Merkel liegt vor Schulz

Bei der Kanzlerpräferenz hat sich der Abstand zwischen Martin Schulz und Angela Merkel wieder etwas vergrößert. Wenn der Regierungschef direkt gewählt werden könnte, würden sich 36 Prozent der Wahlberechtigten für Martin Schulz entscheiden, ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Angela Merkel macht wieder einen Punkt gut und kommt auf 39 Prozent. Ihr Rückhalt in CDU (84 Prozent) und CSU (80 Prozent) ist stärker als der von Martin Schulz in dessen SPD (75 Prozent) – denn immer noch würden 16 Prozent der SPD-Anhänger bei einer Kanzler-Direktwahl für Merkel stimmen.

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte vom 13. bis 17. Februar 2017 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische  Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

 

  

Werner Mathes

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