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Studie: Pisa-Dämpfer für deutsche Schüler

Im Lesen und Mathematik schneiden deutsche Schüler nur mittelmäßig ab. Das ist ein weiteres Ergebnis der aktuellen Pisa-Studie. Von 30 untersuchten OECD-Staaten liegt Deutschland auf Platz 14. Dennoch bezeichnet der deutsche Pisa-Chef das Resultat als "außerordentlich positiv".

Erneut sind Ergebnisse des Pisa-Bildungsvergleichs vorzeitig bekannt geworden. Danach belegen die deutschen Schüler in den Fächern Lesen und Mathematik einen mittelmäßigen 14. Platz unter den 30 OECD-Staaten. Das berichtete die "Stuttgarter Zeitung" unter Berufung auf die Zusammenfassung der deutschen Pisa-Ergebnisse, die in einigen Tagen in Berlin vorgestellt werden sollen.

Korea (565 Punkte), Finnland (547) und Kanada (527) liegen laut des Blatts im Lesen mit weitem Abstand vorne. In Mathematik führen ebenfalls Finnland (548) und Korea (547) sowie die Niederlande (531) die OECD-Rangliste an. Das Ranking aller 57 Pisa-Teilnehmerstaaten werde aber nach wie vor geheim gehalten und sei in der offiziellen Zusammenfassung des Pisa-Konsortiums nicht enthalten, hieß es in dem Bericht.

"Nachweisbare Verbesserungen"

Der Leiter des deutschen Pisa-Konsortiums, Manfred Prenzel, sieht die deutschen Ergebnisse außerordentlich positiv, wie die Zeitung weiter berichtete. Neben dem besseren Abschneiden der 15-Jährigen in den Naturwissenschaften fielen für Prenzel vor allem "nachweisbare Verbesserungen" bei der sozialen Gerechtigkeit im Klassenzimmer ins Gewicht. Zwar sei der Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Elternhaus in Deutschland nach wie vor zu stark. "Aber die Befunde zeigen eine Lockerung des Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Kompetenz", wird Prenzel zitiert. Von Chancengleichheit könne jedoch weiterhin keine Rede sein, wenngleich die Hürden vor der höheren Schullaufbahn offenbar niedriger geworden seien, berichtete die Zeitung.

Akademikerkinder hätten derzeit immer noch 2,7-mal bessere Chancen, ein Gymnasium zu besuchen, als Söhne oder Töchter von Facharbeitern. Im Jahr 2000 habe das Verhältnis aber noch bei 4,2 zu 1 gelegen. Die Chancen seien damals noch schlechter gewesen.

Kinder mit Migrationshintergrund hinken ihren deutschen Altersgenossen dem Bericht zufolge auch laut der aktuellen Pisa-Untersuchung stark hinterher: In den Naturwissenschaften werde der Rückstand durchschnittlich auf 73 Punkte beziffert. Allerdings stelle die aktuelle Pisa-Untersuchung auch erhebliche Leistungsunterschiede zwischen unterschiedlichen Migrantengruppen fest. Ausländerkinder der zweiten Generation hätten einen Rückstand von 95 Punkten. Migrantenkinder der ersten Generation lägen um 79 Punkte zurück. Stamme nur ein Elternteil des Schülers aus einem anderen Land, betrage die Leistungsdifferenz lediglich 25 Punkte.

Insgesamt sieht der deutsche Pisa-Chef Manfred Prenzel die Schulen in Deutschland jedoch eindeutig auf dem Weg nach oben, wie die Zeitung schrieb. "Betrachtet man auf internationaler Ebene, was sich in den OECD-Staaten an Entwicklungen seit Pisa 2000 ergeben hat, dann fällt Deutschland positiv auf", wird Prenzel zitiert. Im Gegensatz dazu hätten andere Staaten sich deutlich verschlechtert.

AP / AP