VG-Wort Pixel

Studie zu Belastungsstörungen Soldaten trotz psychischer Probleme im Auslandseinsatz


Sie schweigen aus Scham oder Angst: Einer Studie zufolge geht jeder fünfte Bundeswehrsoldat trotz psychischer Störung in den Auslandseinsatz. Auch die Zahl traumatisierter Heimkehrer ist hoch.

Jeder fünfte Bundeswehrsoldat geht bereits mit einer psychischen Störung in den Auslandseinsatz. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine vom Bundestag in Auftrag gegebene Studie.

Demnach handelt es sich um "manifeste, aber zumeist nicht erkannte" Störungen. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, sagte der Zeitung, die Bundeswehr sei nun gefordert, endlich effektive Früherkennungsverfahren zu etablieren. "Nur psychisch gesunde Soldatinnen und Soldaten dürfen in die Einsätze gehen."

Die sogenannte Dunkelzifferstudie, die am Dienstag offiziell vorgestellt werden soll, zeigt ebenfalls, dass die Zahl der Bundeswehrsoldaten, die mit traumatischen Störungen aus Auslandseinsätzen zurückkommen, größer ist als bisher angenommen.

Viele Erkrankungen werden nicht erkannt

Aus Scham oder Angst vor beruflichen Nachteilen würde nur etwa jeder fünfte Betroffene professionelle Hilfe suchen, berichtet die Zeitung "Die Welt". Nur etwa 20 Prozent der psychischen Krankheiten wie posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) würden überhaupt erkannt und behandelt, heiße es in der Untersuchung.

Die Bundeswehr biete PTBS-Kranken schon diverse Möglichkeiten der Behandlung an, sagte Studienleiter Prof. Hans-Ulrich Wittchen von der Technischen Universität Dresden der Zeitung. "Viele Betroffene haben aber Angst vor dem Gang zum Psychiater oder Psychotherapeuten, vielleicht befürchten sie auch negative Folgen für die Karriere."

be/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker