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Stuttgart 21: Bahn beginnt Bauarbeiten zu Stuttgarter Tiefbahnhof

Massenweise wurde vor Jahren gegen Stuttgart 21 demonstriert - jetzt geht das umstrittene Millionenprojekt in den Bau. Die Bahn hat mit ersten Arbeiten begonnen. Erneut protestierten Hunderte.

Nach jahrelangen Planungen hat die Deutsche Bahn den Startschuss zum Bau des Herzstücks des umstrittenen Milliardenprojekts Stuttgart 21 gegeben. Notwendige Vorarbeiten seien geleistet, jetzt könne der Trog für den eigentlichen Tiefbahnhof im Stuttgarter Schlossgarten gegraben werden, sagte Projektsprecher Wolfgang Dietrich in Stuttgart. "Wo gebaut werden kann, ist die Bahn im Zeitplan." Die ersten Züge sollen laut Bahn Ende 2021 unterirdisch in den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof einfahren.

Begleitet wurde der Baustart durch den Protest von hunderten Projektgegnern. Sie machten auf Schwachstellen des 6,5-Milliarden-Euro-Vorhabens aufmerksam - von der Gefahr für Mineralwasservorkommen über Probleme mit dem Brandschutz im Tunnelbahnhof bis hin zu ungeklärten Finanzierungsfragen. Statt des Neubaus eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs fordern sie eine Modernisierung des bestehenden Kopfbahnhofs, die aus ihrer Sicht weit billiger würde.

Prozess um angeklagte Polizisten läuft

Die Demonstrationen gegen den geplanten Tiefbahnhof hatten vor fast vier Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. In letzter Zeit war es ruhiger um das millionenschwere Projekt geworden.

Doch der "schwarze Donnerstag" dürfte vielen bis heute in Erinnerung geblieben sein: Am 30. September 2010 ging die Polizei bei Massenprotesten hart gegen die Demonstranten vor. Wasserwerfer kamen zum Einsatz, mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. In Erinnerung blieb etwa das Foto eines aus den Augen blutenden Rentners, der von einem Wasserstrahl getroffen wurde und fast komplett erblindete.

Seit Juni müssen sich zwei Polizeibeamte wegen des Einsatzes vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Ihnen wird fahrlässige Körperverletzung im Amt vorgeworfen. Das Verfahren wird sich noch mindestens bis zum Ende des Jahres hinziehen.

kis/DPA / DPA